27.10.2016

Safari in Sambia und Namibia – das unberührte Afrika

Insgesamt 25 Tage war Petra (58) mit ihren vier Freunden auf Safari in Namibia und Sambia unterwegs. 6.450 Kilometer haben sie in den dreieinhalb Wochen zurückgelegt – vollgepackt mit grandiosen Eindrücken und berührenden Begegnungen.

Die Tour: Mit zwei Jeeps ging es von Windhoek nach Livingstone, dem idealen Ausgangspunkt, um die berühmten Victoria Falls zu besichtigen. Von dort führte die Reise weiter in den Kafue Nationalpark, anschließend in den North Luangwa National Park, in den South Luangwa National Park und zurück nach Livingstone.

Wie ist die Idee zu der Reise nach Sambia entstanden?

Ganz am Anfang stand der Wunsch, einen Leoparden zu fotografieren. Sambia ist das Land mit der größten Leoparden-Dichte. Dazu kam die Sehnsucht, das ursprüngliche Afrika zu erleben. Wir sind alle Afrika-Fans und waren schon vorher dort. Die Vorbereitungen haben circa ein Jahr gedauert. Wichtig sind ausführliche Gespräche im Vorfeld, um die Wünsche der einzelnen Teilnehmer zu kennen und sich auch auf Eventualitäten während der Reise vorzubereiten. Wir sind mit Karten und Reiseführern zusammengesessen und haben die Route festgelegt. Das ist viel Arbeit, denn vor allem in Sambia gibt es nicht viele Straßen und für 100 Kilometer auf einer unbefestigten Straße muss man deutlich mehr Zeit einplanen. Für mich war auch die Lektüre des Buchs Donnernde Wasser“ von Robert Pfrogner eine tolle Vorbereitung.

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Wie sieht es mit einem Visum und Impfungen für Sambia aus?

Für Sambia braucht man ein Visum. Mit einem Einfach-Visum darf man einmal ein- und ausreisen. Möchte man auch einen Abstecher zum Beispiel nach Botswana machen, benötigt man ein Mehrfach-Visum. Vier Wochen Zeit sollte man dafür schon einplanen. Neben den gängigen Impfungen, wie Kinderlähmung und Tetanus, muss man eine Malaria-Prophylaxe einnehmen. Das Medikament nur „stand-by“ mitzunehmen, genügt nicht. Drei Tage vor unserer Abreise haben wir mit der Einnahme begonnen und dann durchgehend bis eine Woche nach unserer Rückkehr. Ich hatte zum Glück keine Nebenwirkungen. Wenn man regelmäßig andere Medikamente einnimmt, sollte man das vorab unbedingt mit einem Arzt besprechen. Im Norden Sambias gibt es außerdem die Schlafkrankheit, aber dagegen gibt es keine Impfung. Deshalb ist der Schutz vor Mücken ganz wichtig.

Was gehört zur Ausrüstung? Welche Medikamente hattet Ihr dabei?

Da es im Auto wenig Platz gibt, sollte man nur das Nötigste an Kleidung mitnehmen. Dazu gehören auf alle Fälle Funktionskleidung, feste Schuhe, Schuhe zum Wechseln, ein Fleece und warme Socken, da es in manchen Regionen empfindlich kalt wird und eine Kopfbedeckung. Außerdem eine Sonnenbrille, Sonnencreme, ein gutes Mückenschutzmittel für Haut und Kleidung (Nobite) und ein Gel, um Stiche zu behandeln. Ganz wichtig ist ein Fernglas, um die Tiere zu beobachten. Ich habe auch meinen eigenen Schlafsack mitgebracht. Falls man keinen hat, kann man ihn auch mit dem Auto mit buchen. Wir hatten außerdem ein Satellitentelefon dabei, zur Sicherheit, falls das Handy nicht funktioniert. In den 5-Sterne-Lodges gibt es überall WLAN, aber in den Camps, in denen wir übernachtet haben, in der Regel nicht. Man kann auch lokale Prepaid-Cards für das Handy kaufen. Die funktionieren gut.
Unsere beiden Jeeps hatten Dachzelte, da waren auch Moskitonetze mit dabei.  Bettwäsche, Kopfkissen, einen Tisch, Stühle, Gasflaschen zum Kochen und Sandbleche, falls das Auto stecken bleibt … das kann man alles mit dazu buchen. Eine Kühlbox gibt es in den Jeeps auch.

Wir hatten auch eine große Reiseapotheke dabei: Einwegspritzen und Kanülen, Verbandsmaterial, Pflaster, Kompressen, Desinfektionsmittel und Antiseptikum, Antibiotika, leichte und starke Schmerzmittel, etwas gegen Durchfall und Verstopfung …

Worin unterscheiden sich Namibia und Sambia?

Namibia ist – im Gegensatz zu Sambia – schon sehr gut erschlossen. Armut gib es in beiden Ländern, vor allem unter der schwarzen Landbevölkerung. Namibia hat viel Wüste, Sambia ist sehr grün, mit viel Wasser.

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Was war Dein schönstes Erlebnis auf der Reise?

Meine Begegnung mit einem Löwen. Das war ein magischer Moment.

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Gab es gefährliche Momente auf der Safari Tour?

Nein, ich hatte weder Angst noch ein ungutes Gefühl. Zu keinem Zeitpunkt.

Würdest Du einem eher ängstlichen Menschen von einer Safari abraten?

Ja, denn dann hat man keinen Spaß an einer solchen Reise. Man liegt nachts wach und achtet auf jedes Geräusch. Es gibt Spinnen, Elefanten könnten das Dachzelt angreifen. Da würde ich eine geführte Tour mit einem Guide empfehlen.

Autopanne – was nun? Hätte jemand von Euch den Jeep reparieren können?

Ja, man muss schon selbst etwas reparieren können. Die Einheimischen helfen zwar, aber das kann schnell teuer werden. Und es gibt natürlich auch viele ganz einsame Gegenden. Ersatzteile hatten wir keine dabei. Nur Ersatzreifen und einen Wagenheber. Jeder von uns hatte seinen internationalen Führerschein dabei und war als Fahrer eingetragen. Tatsächlich gefahren sind aber immer die beiden „Jungs“, die bereits off-road-Erfahrung hatten. Das ist ein großer Vorteil, denn das Fahren auf unbefestigten Straßen ist sehr anstrengend.

Was sind typische Gerichte in Namibia und Sambia?

Nein, keiner von uns hatte Probleme. In Namibia isst man viel Fleisch und Kartoffeln. „Braai“ – so bezeichnet man die dort übliche Form des Grillens. In Sambia wird viel Fisch gegessen und dazu ein „Mais-Stampf“, ähnlich wie Polenta. Wir waren Selbstversorger und haben in Supermärkten und auf kleinen Märkten eingekauft. Ein paar Gewürze hatten wir dabei. Ganz wichtig ist, immer viel Wasser dabei zu haben. Wir haben zweimal 140 Liter eingekauft. Wir hatten uns einen „Versorgungszettel“ geschrieben. Nudeln und Reis kann man gut mitnehmen. Auf den herrlichen kleinen Märkten gibt es aber auch viel Frisches zu kaufen. Dabei haben wir uns allerdings ganz strikt an die Regel gehalten, nur Schälbares zu kaufen.

Wie hat ein typischer Tag während der Safari Tour ausgesehen?

Zwischen 5 und 7 Uhr aufstehen, Morgentoilette, Frühstück aufbauen (das heißt alles aus dem Auto ausräumen), frühstücken und abwaschen und anschließend alles wieder gut im Auto verstauen, so dass auf den holprigen Straßen nichts rausfällt. Dann hieß es entweder „Strecke machen“ oder auf „game drive“, sprich Tiersuche“, gehen und fotografieren. Nach einer kurzen Mittagspause sind wir oft nochmal auf game drive gegangen, haben dann unsere Zelte aufgebaut, zu Abend gegessen und sind zwischen 20 und 21 Uhr müde ins Bett gefallen. Wir haben übrigens nie wild gecampt – das wäre viel zu gefährlich – sondern immer in Camps.

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Kann man eine Safari Reise auch ohne riesiges Budget machen?

Auch ohne in Luxus-Lodges zu wohnen ist eine solche Reise teuer. Alleine das Mieten der Jeeps …

Wie haben Euch die Einheimischen aufgenommen?

Vor allem die Landbevölkerung ist arm, aber sehr freundlich und hilfsbereit. Ich hatte nie Angst. Mit den Menschen auf dem Land kommt man auch in Kontakt, obwohl sie zunächst scheu sind. Ich hatte Babysachen dabei, um sie zu verschenken und die Leute haben sich sehr darüber gefreut. Amtssprache ist Englisch, auf dem Land sprechen die Menschen aber einen eigenen Dialekt. Ganz wichtig ist es vorher zu fragen, wenn man jemanden fotografieren möchte. Und wenn man Kinder fotografiert, unbedingt auch die Eltern fragen. Es sind tolle und sehr herzliche Menschen!

Stichwort „Nachhaltiges Reisen“: Wie sieht es  damit in Namibia und Sambia aus?

Ich hatte in beiden Ländern das Gefühl, dass auf die Natur geachtet wird. Sambia hat große Teile des Landes unter Naturschutz gestellt. Es gibt viele Eisvögel, ein gutes Zeichen, dass die Flüsse sauber sind. In Namibia werden die Nashörner streng bewacht. Abschussrechte für Europäer gibt es aber in beiden Ländern. Mehr noch in Namibia. Sambia baut viele sehr schöne und teure Lodges, dadurch gibt es keinen „Billig-Massentourismus“.

Hast Du sonst noch Tipps für Reisende nach Sambia oder Namibia?

Von den Victoria Falls aus ist ein Tagesausflug nach Simbabwe sehr lohnenswert. Auf keinen Fall sollte man in den „Kupfergürtel“ an der Grenze zum Kongo fahren. Dort gibt es Rebellen, das kann gefährlich sein. In Punkto Budget sollte man als Selbstfahrer bedenken, dass die Nationalparks Eintritt verlangen, circa 50 Euro pro Person. Bei Pauschalreisen ist das inkludiert. Für die Autos muss man nochmal extra zahlen. Auch in den Camps muss man pro Person und pro Auto zahlen.

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Was würdest Du bei der Safari im Nachhinein betrachtet anders machen?

Ich würde weniger Kilometer oder mehr Zeit einplanen. An manchen Orten hätten wir gerne mehr Zeit gehabt. Nicht nur für den Fahrer sind die Strecken sehr anstrengend, sondern auch für den Beifahrer.

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Vielen Dank für das Interview Petra! 


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2 Kommentare zu “Safari in Sambia und Namibia – das unberührte Afrika”
  1. Ines

    Wow, ich bin begeistert. Tolle Bilder und tolle Infos. Da packt einen das Fernweh!

  2. Sophie Visser

    Ja, super ! 😀 Ich wollte meiner Mama eigentlich nur kurz den Blog zeigen & bin gleich am ganzen Artikel hängen geblieben 🙂

    liebe Grüße!
    Sophie