27.03.2019

Fliegen oder nicht? In diesen Fällen ist eine Flugreise tabu!

Fit für den Flug? Druck in den Ohren, Erkältung oder schwere Beine – nicht immer ist es für die Gesundheit ratsam zu fliegen. 5 Fälle, wann Sie auf jeden Fall als fluguntauglich gelten und somit nicht in den Flieger steigen dürfen:

1. Wenn das Herz Probleme macht

Die Höhe über den Wolken stellt für Herzerkrankte eine besondere Anstrengung dar. Wenn die Sauerstoffsättigung im Blut sinkt, kann es zu stechenden Schmerzen im Brustbereich oder Herzrhythmus-Störungen kommen. Wenn Sie als Herzpatient jedoch einen stabilen Zustand ärztlich nachweisen können, sind selbst Langstreckenflüge für Sie grundsätzlich möglich.

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2. Mehr oder weniger ansteckend

Windpocken oder Röteln? Dann ist ein Flug tabu. Denn der Infektionsschutz für mitreisende Passagiere geht vor. Bis Sie wieder ein Flugzeug besteigen dürfen, müssen Sie sich ein paar Tage gedulden: 4 Tage bei Röteln oder 7 Tage bei Masern und Windpocken.

Bei Virusinfektionen wie der saisonalen Grippe müssen Sie die Zeit der Ansteckung abwarten. Bei akuter Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung, sollten Sie die Flugreise verschieben. Das gleiche gilt bei schweren Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Lungenentzündung – ausgenommen ein medizinisches Attest bestätigt das Gegenteil.

Vorsicht bei Hautausschlag! 
Schon beim kleinsten Verdacht einer infektiösen Erkrankung steht es der Fluggesellschaft zu, ein Flugverbot auszusprechen. So kann etwa ein harmloser Hautausschlag für jede Menge Stress beim Boarding sorgen! Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hält beim Check-in eine ärztliche Bescheinigung bereit (ein sogenanntes Fit to fly Zeugnis).

3. Frisch nach der Operation

Operationen an Augen und Nasennebenhöhlen oder Eingriffe an inneren Organen und Atemwegen sind für Fluggäste nicht ungefährlich. Je nach Operationsgrund und Flugstrecke, aber auch nach individuellem Risiko müssen Patienten teils mehrere Wochen warten. Denn der niedrige Druckausgleich und die geringe Sauerstoffkonzentration in der Kabine können zu heftigen Beschwerden und weiteren Komplikationen führen. Auch das Thrombose-Risiko durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit steigt.

Mediziner empfehlen: Es ist ratsam mit dem Flug nach einer Magenoperation und einem Kaiserschnitt sechs Wochen oder einer Leistenbruch-OP mindestens 10 Tage zu warten. Selbst nach Magen- oder Darmspiegelungen raten sie, mindestens 24 Stunden am Boden zu bleiben.

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4. Zu zweit – mit Babybauch

Die Flugtauglichkeit in der Schwangerschaft ist immer von der einzelnen Person abhängig. Doch mit starker Übelkeit, Thrombose oder einer eingeschränkten Funktion der Plazenta sollten Schwangere generell nicht mehr fliegen. Solange Sie sich aber gut fühlen, spricht nichts gegen eine Flugreise, denn der verminderte Sauerstoffdruck stellt kein Risiko dar. Keine Sorge auch vor den Metalldetektoren bei der Sicherheitskontrolle – sie funktionieren magnetisch!

Im letzten Schwangerschaftsdrittel? Achten Sie auf die Regelungen der Fluggesellschaften! Viele Airlines verlangen ab der 28. Schwangerschaftswoche eine ärztliche Bescheinigung, die keinerlei Bedenken gegen den Flug testiert. Ab der 35. Schwangerschaftswoche gilt bei den meisten Airlines ein Flugverbot.

5. Nach dem Tauchgang

Möchten Sie im Urlaub tauchen? Dann planen Sie nach Ihrem letzten Tauchgang genügend Ruhezeit bis zum Rückflug ein. Denn unter Wasser sammelt sich in unserem Körpergewebe Stickstoff an, der nach dem Tauchen langsam abgeatmet wird. Wer sich danach zu schnell wieder geringem Umgebungsdruck aussetzt, zum Beispiel in der Luft, riskiert Gasblasen im Blut und Gewebe. Die sogenannte Dekompressionskrankheit kann durch einen Herz-Kreislauf-Stillstand sogar tödlich sein. Weniger gefährlich, aber dennoch unangenehm sind Symptome wie etwa Hautverfärbungen, Schmerzen in den Gelenken, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstlosigkeit.

Faustregel für Ihre Urlaubsplanung: Warten Sie mindestens 36 Stunden bis zum Flugantritt nach tiefen Tauchgängen und bei weniger tiefen mindestens 24 Stunden. Zu gleichen Wartezeiten raten Experten übrigens auch bei ähnlichen höhendruckempfindlichen Aktivitäten wie Heli-Skiing oder einem Job im Tunnelbau.


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