13.11.2014

Thrombose-Risiko auf Langstreckenflügen – so beugen Sie vor!

Wer in die Karibik, nach Südafrika oder Australien fliegen will, muss mehrere Stunden im Flieger auf sich nehmen. Je länger die Flugzeit, desto höher ist das Risiko einer Thrombose in den Beinen. Besonders Risikopersonen sollten daher bei Langstreckenflügen auf ein paar Dinge achten.

Wie entsteht eine Thrombose?

Durch den verminderten Druck und die verminderte Luftfeuchtigkeit in der Kabine sowie das lange Sitzen mit angewinkelten Beinen kann es passieren, dass das Blut verdickt und langsamer fließt. Bilden sich in der Folge Blutgerinnsel in den Beinen, so wird dies als tiefe Venenthrombose bezeichnet. In seltenen Fällen lösen sich solche Blutpfropfe, wandern durch die Blutbahn und führen schließlich zu einer Verstopfung von Lungengefäßen, was lebensbedrohlich werden kann. Schon mit einigen einfachen Maßnahmen während des Fluges kann man gut vorbeugen.

Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt allen Passagieren auf Langstreckenflügen:

  • lockere, nicht einschnürende Kleidung tragen
  • viel Trinken, am besten Wasser oder (verdünnte) Fruchtsäfte, keinen Alkohol
  • regelmäßiges Umhergehen im Mittelgang
  • gymnastische Übungen für die Beine am Sitzplatz
  • kein Handgepäck unter dem Sitz / im Fußraum verstauen, da dies die Bewegungsfreiheit zusätzlich einschränkt

Für wen ist das Risiko einer Thrombose erhöht?

Das Risiko einer Thrombose erhöht sich schon ab einer Flugdauer von 6 Stunden. In absoluten Zahlen kommen laut den CRM-Experten etwa 200 Fälle auf 1 Million Reisende, dies nimmt ab einer Flugzeit von 16 Stunden noch weiter zu. Für Gesunde ist das Risiko also sehr klein, bestimmte Risikogruppen sind allerdings besonders gefährdet eine Reisethrombose zu entwickeln. Hierzu zählen u.a. Raucher, Übergewichtige, Schwangere sowie über 40-Jährige. Neben den genannten vorbeugenden Maßnahmen sollte man in diesen Fällen auf die Kompressionsstrümpfe der Klasse I nicht verzichten. Durch den Druck, den diese ausüben, werden die Beinvenen verengt und der Blutfluss wird angeregt. Erhältlich sind sie in Apotheken und Sanitätshäusern, wo sie individuell ausgemessen werden.

 

Auch wer nicht zur Risikogruppe gehört, aber allgemein z. B. zu geschwollenen Beinen und Krampfadern neigt, fliegt entspannter mit den medizinischen Stützstrümpfen. Es gibt unterschiedliche Kompressionsklassen, je nachdem wie viel Druck ausgeübt werden soll. Wenn man sich lange nicht bewegt, staut sich auch bei Gesunden die Flüssigkeit in den Beinen und sie schwellen an.

Für über 70-Jährige sowie Personen, die bereits zuvor einmal eine Thrombose oder Embolie erlitten haben, empfiehlt das CRM nach Rücksprache mit einem Arzt, vor Antritt der Reise blutverdünnende Substanzen zu nehmen. Vorsicht ist geboten, falls nach einem Flug folgende Symptome auftreten: schwere und/oder schmerzende Beine, Erwärmung und Anschwellung des Unterschenkels oder Verfärbung des Beins. In diesem Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.


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