07.10.2015

In Kapstadt im Krankenhaus: Silvester auf dem Tafelberg

Jede Reise ist eine neue Erfahrung, egal wie oft man unterwegs ist. Automatisch wächst man dabei über sich hinaus und geht mit Herausforderungen des Lebens anders um. Dass sie ihr Abenteuer in Südafrika ins Krankenhaus führt, hätte Evelin allerdings nicht gedacht. Als „Modern Hippie“ reist sie meistens Low-Budget und verzichtet auf so ziemlich alle unnötigen Extras. Seit dieser Reise weiß sie jedoch, was für unterwegs unerlässlich ist.

Silvester auf dem Tafelberg

In Kapstadt feierten wir ins neue Jahr. Nachdem wir die Aussicht und das Feuerwerk von dem höchsten Berg der Stadt genossen haben, ging es wieder runter, auf die Long Street, Kapstadts Partystraße. Auf dem Weg dorthin fiel ich in ein Loch, das mitten auf dem Gehweg war und verletzte mir den linken Fuß. Im ersten Moment lachte ich erst darüber. Ok, vielleicht auch im zweiten Moment. Halb so wild, dachte ich mir einfach und wollte mir in dieser Nacht einfach nicht großartig Gedanken darüber machen.

Am nächsten Tag wurden die Schmerzen immer schlimmer und ließen sich auch nicht mehr ignorieren. Ich bekam etwas Bammel, da ich keine Auslandskrankenversicherung hatte. Aber wie so oft im Leben, passieren solche Dinge genau dann, wenn man nicht versichert ist. Ich wartete noch einen Tag. Als ich vor Schmerzen nicht mehr gehen konnte, fuhr ich mit meiner Freundin ins Krankenhaus. Ich hoffte, dass es nur eine Kleinigkeit sei und ich kein Vermögen im Krankenhaus loswerden würde.

Evelin Chudak mit verletztem Fuß
Evelin in Südafrika – Dezember 2011

Im Krankenhaus in Kapstadt

Da war ich nun im Krankenhaus und durfte erst ein Formular ausfüllen – und direkt danach meine Kreditkarte vorzeigen. Nachdem mein Fuß von einem Arzt untersucht und geröntgt wurde, war die Ursache für die Schmerzen der letzten Tage klar – ein Bruch im Mittelfußknochen. Ich bekam eine Schiene, die ich die nächsten sechs Wochen tragen musste und dazu noch Krücken. Was die Reise betraf, fand ich es nicht allzu tragisch, da ich unserem geplanten Road Trip den größten Teil der Zeit im Auto verbringen konnte. Auch über die Versorgung im Krankenhaus musste ich mir keine Gedanken machen, ich fühlte mich dort gut betreut. Ich sorgte mich jedoch um die Kosten, die auf mich zukommen würden. Letztendlich hat es mich mehrere hundert Euro gekostet. Auf der anderen Seite war ich froh, dass es mir hier in Südafrika passiert ist und nicht zum Beispiel in USA, Kanada oder Australien, wo Behandlungen im Krankenhaus schnell sehr teuer werden können.

Meine Tipps für Low-Budget-Reisende:

  • Man kann unterwegs auf wirklich vieles verzichten. An der Gesundheit ist jedoch mit Sicherheit am falschen Ende gespart.
  • Sicherlich kann man auch gut ohne Versicherungen reisen. Es gibt jedoch Risiken, die es besser abzusichern gilt. Vor allem als Vielreisende. Erst nach meinem Sturz dachte ich mir: Ich hätte auch einen Unfall haben können, bei dem eine Operation oder ein Krankenrücktransport nötig gewesen wäre. Diese Kosten hätte ich niemals selber bezahlen können.
  • Wer nicht bewusst die Kosten für die Versicherung sparen möchte, sondern einfach nur vergesslich ist, für den gibt es eine sehr einfache Lösung mit der Jahresreiseversicherung. So muss man nicht jedes Mal daran denken und kommt bei vielen Reisen billiger weg.
Evelin Chudak

„Manchmal kann der kleinste Schritt der größte deines Lebens werden und damit alles verändern.“

Evelin Chudak hat ihren Schritt ins Ungewisse vor einigen Jahren gewagt und hat es bis heute nicht bereut. Als Modern Hippie“ hat sie sich auf den Weg gemacht und entdeckt seitdem die Länder dieser Welt. Ihr Reiseblog begleitet sie dabei und zeigt auf, wie man mit gutem Gefühl und ohne viel Extras die Welt bereisen kann und auch mehr Mut für eigene Entscheidungen im Leben findet.


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Ein Kommentar zu “In Kapstadt im Krankenhaus: Silvester auf dem Tafelberg”
  1. Islandreise 2015:
    ein Ehepaar, beide über 80 aber topfit und sportlich, bucht und möchte auf den angebotenen Reiseschutz verzichten: „wir waren noch nie versichert, da haben wir aber viel Geld gespart“ war ihr Kommentar. Ich habe empfohlen, eine Nacht darüber zu schlafen, es wären im Ernstfall immerhin über 5.000 € Schaden. Am nächsten Tag bucht das Ehepaar die Versicherung, 10 Tage vor der Reise erleidet die Dame einen Schlaganfall, der Schadensfall tritt ein, und das Ehepaar ist mir heute noch dankbar da die ERV den Schaden voll ersetzt. hat.