26.10.2021

Lust aufs Wintercamping? 6 Tipps für deine Planung und Ausrüstung

Wahre Camping-Leidenschaft brennt auch im Winter – oder etwa nicht? Schließlich kann es auch beim Camping im Winter schön kuschlig und warm sein. Doch Kälte und Schnee erfordern etwas mehr Vorbereitung als ein Campingurlaub im Sommer.  6 praktische Tipps für den Winterzauber im Caravan und Wohnmobil für dich im Überblick: 

1. Wintercamping – Stellplatz rechtzeitig buchen

Von Skikursen über Trockenräume für die Skikleidung bis hin zu Wellness- und Saunalandschaften: Viele Campingplätze haben sich speziell auf die Bedürfnisse von Wintercampern eingestellt.  Besonders im Winter ist die Ausstattung entscheidend – ein gründlicher Check vorab lohnt sich. Sonst bist du enttäuscht, wenn es ungemütlich wird oder du nicht angemessen ausgerüstet bist.

Die Auswahl an Campingplätzen ist im Winter nicht so groß wie im Sommer. Das führt dazu, dass gerade an den Feiertagen und in den Ferien die Plätze schnell ausgebucht sind. 

2. Van & Caravan: die richtige Ausrüstung beim Wintercamping 

Auf Minusgrade und härtere Bedingungen muss du dein Camping-Fahrzeug vorbereiten.

Die Must-haves beim Camping im Winter – Ausstattung des Fahrzeuges:

  • Heizung
  • frostgeschützte Wasserversorgung
  • gute Isolierung 
  • Winterreifen von fünf Millimetern Profiltiefe
  • Je nach Reiseziel und Reisezeit –  Schneeketten und Starthilfekabel
  • Basis-Equipment im Fahrzeug im Winter (Schaufel, Besen, Leiter, Schneeschieber, Vorzelt, Thermomatten)

Schaufel, Besen, Leiter und Schneeschieber – vier einfache Dinge und für das Wintercamping unerlässlich. 

Du brauchst sie, wenn du etwa das Dach des Wohnmobils vom Neuschnee befreien musst oder die Wege zugeschneit sind. Auf vielen Campingplätzen wird der Schnee nur auf den Hauptwegen geräumt, für die einzelnen Parzellen sind die Camper selbst zuständig. Mit Teleskopstangen sparst du ein wenig Platz.
Achte darauf, dass die Zugänge für die Be- und Entlüftung immer frei sind. Vor einer Weiterfahrt solltest du dein Fahrzeug komplett von Schnee und Eis befreien.

Ein Vorzelt und Boden vor dem Eingang – im Winter hilfreich.

Je kälter und nässer es draußen ist, umso wichtiger wird die Schnee- und Nässeschleuse vor der Eingangstür. Das Vorzelt isoliert den Wohnwagen auch zusätzlich. Speziell für den Winter konzipierte Vorzelte haben ein steil nach vorne abfallendes Dach (Pultdach), sodass Neuschnee schnell abrutscht. Wichtig ist es, im Vorzelt einen Boden zu verlegen. Sonst trägt man trotz Vorzelt Nässe und Schnee in den Caravan. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, angefangen von selbst gebauten Holzböden bis zu fertigen Klickböden.

Winter camping holiday decorated garland. white Caravan
Winterzauber im Caravan

3. Den Camper gegen Kälte rüsten

Kälte, Zugluft und Schnee können schnell den ganzen Spaß verderben.

So schützt du deinen Wohnwagen oder Caravan vor Kälte von außen:

  • Thermomatten helfen, den Wärmeabfluss über die Fenster einzudämmen. Die Matten kannst du mit Druckknöpfen oder Bändern befestigen und tagsüber einrollen.
  • Auch über das Kühlschrankgitter kann viel kalte Luft in den Wohnwagen eindringen. Im Fachhandel gibt es spezielle Winterabdeckungen, die dem entgegenwirken.
  • Achte auf den Staukasten im Bug – der Bereich, in dem die Gasflaschen aufbewahrt werden – und decke diesen mit einer Thermoschutzplane ab. Denn wenn die Klappe zufriert, sind die Gasflaschen nicht mehr zugänglich.
  • Was häufig vergessen wird, aber spätestens bei der Abreise zu bösen Überraschungen führen kann: Auch die Anhängevorrichtung benötigt einen Kälteschutz, da deren Mechanik anfällig für Eis ist.
  • Und wenn trotz guter Isolierung der Boden des Caravans einfach nicht warm wird? Für diesen Fall haben Experten einen guten Tipp: Ein Schneewall rund um den Campingwagen bietet effektiven Schutz. Er mindert den Luftzug und damit die Kälte von unten.

Kontrolliere wichtige Zugänge wie zu Gasflaschen oder Belüftung regelmäßig.

4. Welches Gas ist für Wintercamping geeignet?

Damit es auch bei winterlichen Minusgraden wohlig warm im Wohnwagen bleibt, benötigt man wesentlich mehr Gas als im Sommer. Grundsätzlich wird beim Campen zum Heizen und Kochen ein Flüssig-Gas (LPG = Liquified Petroleum Gas) mit Propan, Butan oder als Propan-/Butan-Gemisch verwendet. Da Butangas ab Temperaturen von unter null Grad Celsius seine Brennfähigkeit verliert, während Propan bis -42,1 Grad Celsius einsetzbar ist, sollte der Anteil an Propan bei Mischgas im Winter höher sein.

Reines Butangas zum Heizen ist im Winter ungeeignet.

Im Dauerbetrieb der Heizung hält eine 11-Kilogramm-Flasche Propangas durchschnittlich zwei bis fünf Tage. Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam auch einen Gasdruck-Regler zu benutzen. Je nach Bedarf gibt es hier verschiedene Geräte. An einen „Duo-Controll“-Gasdruck-Regler können zwei Flaschen angeschlossen werden, so dass dieser automatisch auf die nächste Flasche umschaltet, sobald die erste verbraucht ist.

Informiere dich im Vorfeld genau über die örtlichen Begebenheit am Campingplatz.

Einige Campingplätze bieten vor Ort die Möglichkeit an, Gasflaschen aufzufüllen und zu tauschen oder verlegen sogar eine Gasleitung bis zum Stellplatz. Achte beim Verlegen der Kabel auch darauf, dass Räumfahrzeuge sie nicht beschädigen können.

Camping im Winter - Tee oder Kaffee trinken im Schnee
Camping im Winter – Entschleunigung beim Outdoor-Kaffee

5. Richtig Lüften auch im Winter

Auch wenn die Kälte draußen und die Wärme drinnen bleiben soll – viele Camper unterschätzen die Bedeutung des Lüftens. Und das kann Schwitzwasser zur Folge haben. Je kälter und trockener die Luft von außen ist, umso mehr Feuchtigkeit kann sie bei der Erwärmung aufnehmen. Daher gilt:

Mindestens zweimal am Tag alle Fenster und Türen mindestens fünf Minuten lang aufreißen.

"camping caravans in the snow, swiss alps."
Campingplatz im Winter und Schneedecke: Beim Ankommen am Stellplatz große Bretter unter die Hubstützen legen – so kippt der Caravan bei Tauwetter nicht um.

6. Frost bei Abwassertank vermeiden

Häufig kommt es zu Frostschäden am Abwassertank, der oft außerhalb des Fahrzeug angebracht ist und weder isoliert oder beheizt wird. Damit das nicht passiert, solltest du das Wasser im Eimer sammeln. So kannst du dann später den kompletten Eisblock entsorgen – oder vorher Frostschutzmittel dem Wasser hinzufügen.

Spezielle Heizstäbe und Heizbeänder helfen ebenfalls Frost zu vermeiden.


Richtig abgesichert für den Camping-Winterurlaub?

Mehr Infos zu Campingversicherungen für Caravan oder Wohnmobil – Absicherung bei Schaden am Inventar, Diebstahl, Selbstbehalt-Reduzierung (CDW) sowie auch für den persönlichen Schutz im Falle eines Krankenrücktransports oder Stornos.


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3 Kommentare zu “Lust aufs Wintercamping? 6 Tipps für deine Planung und Ausrüstung”
  1. Simona Keller

    🙂 Ein wenig mehr Komfort schadet nie:-) Viele Grüße

  2. Rolf Leuenberger

    Danke sehr gute Tipps. Aber es ist kein Problem, wenn man ein Wintertaugliches Wohnmobile hat; wie Euromobile.

  3. Wir campen auch gerne zusammen mit der Familie. Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen mit uns teilen. Danke dafür.
    Gruß Anna