09.05.2016

Mit Babybauch verreisen – vielleicht, ja oder besser gar nicht?

Einen Städtetrip nach Paris geplant? Den Strandurlaub auf den Kanaren schon gebucht? Viele werdende Mamas sind sich unsicher, ob und unter welchen Bedingungen sie während der Schwangerschaft verreisen können. Wann du verreisen darfst und was du bei Reisen in der Schwangerschaft beachten solltest:

Schwanger reisen – optimal im 2. Schwangerschaftsdrittel

Solange du dich gut fühlst und deine Schwangerschaft problemlos verläuft, spricht in den meisten Fällen nichts gegen einen Urlaub vor der Geburt. Außer bei Risikoschwangerschaften oder vorhandenen Herz-Kreislauf-Beschwerden: Hier ist ein beratendes Gespräch mit dem Arzt vor Reiseantritt unerlässlich und eine längere Reise bzw. Flugreise in der Regel nicht zu empfehlen.

Die Hormone haben sind umgestellt, Übelkeit und Müdigkeit sind verflogen und das Gewicht des Babys schränkt noch nicht allzu sehr ein. Die meisten Schwangeren empfinden das mittlere Schwangerschaftsdrittel als angenehmste Reisezeit. Auch die Mehrheit der Gynäkologen hält die 14. bis 27. Schwangerschaftswoche für den günstigsten Reisezeitpunkt. Im ersten Drittel besteht eine erhöhte Gefahr von Blutungen und Fehlgeburten. Und in den letzten beiden Monaten einer Schwangerschaft steigt das Risiko einer Frühgeburt.

Einreise- und Flugbestimmungen für Schwangere

Manche Staaten lassen werdende Mütter ab einem bestimmten Schwangerschaftsmonat nicht mehr einreisen. Zum Beispiel die USA, weil ein dort geborenes Baby sonst automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten würde. Die Fluggesellschaften verlangen in der Regel ab der 28. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest, dass keine Gefahr für eine Frühgeburt besteht. Auch den Mutterpass und die Bestätigung für eine Reisekrankenversicherung inkl. Rückflugticket sind je nach Land sinnvoll im Gepäck. Mit Ablauf der 35. Schwangerschaftswoche haben werdende Mütter bei den meisten Fluggesellschaften ein allgemeines „Startverbot“. Bei Mehrlingsschwangerschaften oft bereits ab der 32. Woche.

Wichtig! Eine Reiseversicherung kann für Mama und Baby im Notfall entscheidend sein, denn…

  • …bei Komplikationen in der Schwangerschaft im Ausland kann man sich mit einer Auslandskrankenversicherung auf die Hilfe und Unterstützung deutscher Reisemediziner verlassen und bleibt finanziell auch bei hohen Kosten abgesichert (unbeschränkt z. B. in den USA) .
  • … die ärztliche Behandlung im Ausland wird für Mutter und auch das neugeborene Baby übernommen, falls es vor der 36. Schwangerschaftswoche zu einer Frühgeburt kommt.
  • … bei plötzlich auftretenden Komplikationen vor der Reise bekommt man die Stornokosten über die Reiserücktrittsversicherung zurück (gilt auch bei Reiseabbruch).

Schwanger und reisen – auf das Reiseziel kommt es an!

Das Reiseziel sollte möglichst nicht mehr als vier Stunden entfernt sein. Europäische Länder mit durchschnittlichen Temperaturen bis 28 Grad sind angenehm, denn das feucht-schwüle Klima in tropischen Regionen kann für werdende Mamas und ungeborene Mitreisende ganz schön anstrengend werden. Auch die Gefahr einer Infektion ist höher. Tabu sind Abenteuer- oder Aktivurlaub in Höhenlagen über 2.500 Meter sowie Medikamente und Impfungen, zum Beispiel gegen Malaria oder Gelbfieber.

Thrombose-Risko beim längeren Sitzen

Nicht schön, erfüllt aber den Zweck: Kompressionsstrümpfe halten das erhöhte Thrombose-Risiko beim längeren Sitzen in Auto, Flugzeug oder Bahn klein. Man sollte als Schwangere viel bewusster reisen und sich mehr Pausen gönnen, sich öfter die Beine vertreten oder im Sitzen kleine Beinübungen machen.

Tipp: Die Schwangerschaft am besten gleich bei der Buchung des Fluges angeben und um einen Sitzplatz mit entsprechender Beinfreiheit bitten.

Bild oben: Anna Pritchard @unsplash.com


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Ein Kommentar zu “Mit Babybauch verreisen – vielleicht, ja oder besser gar nicht?”
  1. An dieser Stelle erst mal vielen Dank für die vielen wertvollen Informationen, die man in diesem Beitrag / Blog finden kann. Das Internet ist ja voll mit Informationen zum Thema Schwangerschaft und leider lassen sich viele werdende oder gerade gewordene Mütter gerade beim ersten Kind total irre machen. Da ich selber einen Sohn habe, weiß ich nur zu gut, wie ein Kind das Leben schlagartig verändert, bzw. auf was man jetzt zusätzlich noch alles achten muss. Wie gesagt, Daumen hoch für den Blogbetreiber / Blogbetreiberin, für die Zeit bzw. Arbeit, die hier investiert wird. Gerade wenn man Kinder hat, ist es schon ein Kunststück sich für sowas Zeit zu nehmen. Liebe Grüße