17.09.2021

Von Hütte zu Hütte: Wertvolle Tipps für eine mehrtägige Hüttenwanderung

Mehrtägige Wandertouren von Berghütte zu Berghütte liegen absolut im Trend. Den Fernblick und die frische Luft genießen und statt Latte Macchiato zuhause eine frische Kuhmilch auf der Alm trinken. Lässt der Gedanke daran auch dein Herz höher schlagen? 6 Tipps zur optimalen Vorbereitung deiner Hüttenwanderung und was alles in den Rucksack gehört!

1. Richtige Jahreszeit wählen

Die beste Zeit für eine Hüttentour ist von Mitte Juni bis Ende September. Der genaue Zeitpunkt hängt von den Öffnungszeiten der Hütten ab, wobei manche auch bereits ab Mai bewirtschaftet werden. Jedoch musst du in den frühen Sommermonaten davon ausgehen, dass in den hochalpinen Lagen noch Schnee liegen kann.

2. Schwierigkeitsgrad bewerten

Wichtig ist, die Belastbarkeit aller Teilnehmer realistisch einzuschätzen und die körperlichen Grenzen nicht zu überschreiten. Davon abhängig ist die Wahl einer leichteren Tour oder einer schwierigen Wanderung mit Klettersteigen und höheren Gipfeln. Bei einer Gruppe orientiert man sich immer am Schwächsten. Wen du vorab schon etwas trainieren möchtest, solltest du unbedingt auf ein entsprechendes Höhenprofil achten. Denn meist macht nicht das Laufen an sich den Wanderern zu schaffen, sondern die zurückgelegten Höhenmetern.

3. Wanderroute und Etappen festlegen

Beim Deutschen Alpenverein findest du jede Menge Inspirationen und durchdachte Touren mit entsprechenden Wanderkarten für jedes Level. Es gibt spezielle Touren und Hüttenvorschläge für Eltern, die mit ihren Sprösslingen die Natur erkunden möchten, genauso wie für unerfahrene Bergwanderer, die die spektakuläre Aussicht auf Höhenwegen kennenlernen möchten. Wenn du lieber in der Gruppe unterwegs bist und keine Lust auf das Organisieren hast, kannst du natürlich auch an einer geführten Tour mit Bergführer teilnehmen – gerade für Einsteiger von Vorteil, da man immer einen Erfahrenen an seiner Seite hat. Übrigens empfiehlt es sich, das Kartenmaterial schon zu Hause auf dem Smartphone offline zu speichern, da die wenigsten Hütten über Internet verfügen.

4. Übernachtungen vorab reservieren

Wer die Planung für Hüttenwanderungen selbst in die Hand nimmt, sollte das rechtzeitig tun und Schlafplätze in den Hütten reservieren. Denn beliebte Unterkünfte sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht.

Achtung: Eine Stornierung hat übrigens, wie bei Hotels, in vielen Fällen eine Stornogebühr zur Folge. Nicht zuletzt greift seit Pandemie-Zeiten noch in vielen Ländern die allgemeine Registrierungspflicht, weshalb grundsätzlich gilt: kein Schlafplatz ohne vorheriger Anmeldung.

Tipp: Kümmere dich vorab für den Urlaub in den Bergen um eine passende Reisekranken-Versicherung. Denn wenn du auf der Hüttentour einen Unfall hast, der die Bergung mit einem Hubschrauber erfordert, übernimmt deine gesetzliche Krankenversicherung die Kosten dafür nicht.

5. Hygieneschutz-Bestimmungen erfragen

Maßnahmen der Hüttenbetreiber in Sachen Hygiene- und Infektionsschutz sind seit Corona sehr ernst zu nehmen und unbedingt zu befolgen. So solltest du frühzeitig klären, ob neben dem Mund-Nasen-Schutz auch ein eigener Schlafsack (kein Hüttenschlafsack) sowie ggf. ein kleines Handtuch und Kissenbezug mitgebracht werden muss. Wenn die Beschränkungen es erfordern, ist eine Übernachtung generell nur nach den 3G-Regeln erlaubt. Wer mehrere Tage unterwegs ist, packt zur Sicherheit noch ein paar Selbsttests ein.

6. Ausrüstung auf Komfort checken

Wer eine längere Hüttentour plant, sollte keine Experimente wagen und nicht mit unerprobter Ausstattung aufbrechen. Die Wanderstiefel sollten gut eingelaufen sein und keine Blasen erzeugen. Der Rucksack muss bequem sitzen und auch das Funktionshirt sollte nicht reiben.

Sonnenaufgang in den Bergen
Sonnenaufgang in den Bergen

Gut ausgerüstet: Das kommt in den Rucksack

Dein Rucksack für eine mehrtägige Tour sollte ein Mindestvolumen von 30 Litern haben. Es empfiehlt sich, dass der gepackte Rucksack bei einer sehr fitten Person 20 bis 25 Prozent des eigenen Gewichts nicht überschreitet. Ansonsten sind es sogar nur 10 bis 15 Prozent.

Achte beim Packen darauf, dass schwere Dinge so verstaut werden, dass der Schwerpunkt nah am Körper liegt. Das heißt, deine Ersatzschuhe gehören eher an die innenliegende Seite des Rucksacks als in die Außentasche. Gleichzeitig können die Gegenstände, die du erst abends auf der Hütte brauchst (zum Beispiel der Waschbeutel) weiter nach unten als eine Windjacke, die bereits während der Wanderung nötig sein kann. Bei mehrtägigen Wanderungen empfiehlt es sich, Testwanderungen in voller Montur zu unternehmen. Dabei findet man schnell heraus, ob eine Wanderung mit dem geplanten Gewicht des Rucksacks unbeschwert möglich ist.

Hüttenwanderung – das gehört neben der klassischen Funktionskleidung noch ins Gepäck:

  • Bequeme Hüttenkleidung
  • Wechselkleidung (z. B. Funktionsshirts und Wandersocken)
  • Hüttenschuhe / Hausschuhe
  • Schlafanzug
  • Wärmender Schlafsack (aktuell kein Hüttenschlafsack)
  • Taschenlampe
  • Waschbeutel (möglichst klein)
  • Ohrenstöpsel
  • Sonnenschutz
  • Erste-Hilfe-Set
  • Proviant
  • Kleiner Müllbeutel
  • Praktisch: Über Kreuz packen! Das heißt, die Dinge, die Wanderer auf ihrer Tour häufig brauchen, sind im Rucksack des Mitwanderers und umgekehrt. Dadurch muss derjenige, der etwas für sich braucht nicht jedes Mal den Rucksack abschnallen.





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