27.06.2022

“I did it my wave“: Surfen bedeutet Abenteuer pur!

Sich ein Brett unter den Arm klemmen und im Meer die Wellen reiten – das ist Surfen auf den ersten Blick. Doch wer es schon einmal versucht hat, weiß: Jede Welle ist vielmehr ein Ritt ins Abenteuer und in die Freiheit. Lust auf etwas Surfer-Spirit? Wie du deine ersten Versuche als Anfänger auf dem Brett am besten startest, verrät dir die leidenschaftliche Surferin und Autorin des Buches „I did it my wave“ – Verena Tölle.

Paddeln ist das halbe Surfen

Scheitern gehört beim Surfen dazu.

Die Sonne über dir, das Salzwasser auf der Haut und der Blick konzentriert auf das Meer gerichtet, so dass du alles um dich herum vergisst: Für viele Surfer ist dieser Moment der Inbegriff von Verbundenheit mit der Natur. Getragen von diesem Gefühl, dem Spaß und besonderen Adrenalin-Kick, wenn Surfer die Wellen hinunter sausen, stehen vor allem Taktik und Technik im Vordergrund.

Wichtig: Beim Surfen musst du dir deine Energie richtig einteilen, da fast 80 Prozent der Zeit nur aus Paddeln besteht. Nicht jede Welle ist surfbar und wer am Ende vom Surfbrett fällt, wird unter Wasser manchmal wie in einer Waschmaschine herumgeschleudert. Wenn das passiert, heißt es vor allem: Ruhe bewahren und Luft anhalten.

Übrigens: „Scheitern“ gehört beim Surfen dazu. Auch wenn es nur 10-20 Prozent der Zeit klappt, auf der Welle zu balancieren, du wirst sehen: Das Hineinquetschen in den Neoprenanzug und der Muskelkater am nächsten Tag haben sich trotzdem gelohnt!

Surfen für Anfänger: Wo, wie und wann mit Surfen beginnen?

Zum Surfen ist man nie zu alt.

Surfenlernen stand schon lange auf meiner Bucketlist. Ein Surfcamp in Portugal war daher der beste Ausgangspunkt – eine Woche Zeit zum Ausprobieren. Surfcamps eignen sich besonders gut für Anfänger, die das erste Mal Surfluft schnuppern wollen. Dort kommt man schnell mit anderen Reisenden in Kontakt und macht erste Surferfahrungen unter professionellen Anleitung.

Zum Surfen ist man nie zu alt! Selbst Personen, die sich zuvor für unsportlich gehalten haben, entdecken neue Seiten an sich und haben Spaß. Vor allem Frauen lassen sich schnell verunsichern und trauen es sich nicht zu. Viele Familien entdecken ebenfalls gemeinsam die Leidenschaft des Surfens und nehmen gemeinsam an Surfstunden teil.

Mit Surfbrett reisen? Das Boardbag ist Sondergepäck. Erkundige dich bei der jeweiligen Airline zum Transport. Da das Board oft einen höheren Wert als die Reise hat, ist eine Gepäckversicherung wichtig. Mehr Infos zur Gepäckversicherung, die auch das Surfgepäck absichert!

Wie läuft eine Surfstunde ab?

Yoga, Snowboard oder Skateboard fahren hilft beim Surfen lernen.

Bei der ersten Gruppenstunde (ca. 2 Stunden) wärmt sich die Gruppe aus ca. 3-6 Personen pro Surflehrer am Strand auf und übt anschließend die drei Basis-Bewegungen, bevor es ins sogenannte „Whitewater“ geht. Keine Panik, das ist am Meereseingang, dort wo das Wasser etwas weiß schäumt.

Erst nach einigen Übungsstunden geht es dann richtig ins „Greenwater“ mit größeren Wellen.

Anfänger nutzen zunächst ein großes Foamie, ein Surfbrett aus Schaumstoff und Gummi, bis sie mit der Zeit die Größe und Breite des Brettes reduzieren, um auf ein “richtiges“ Surfbrett umzusteigen. Je kleiner und leichter ein Surfbrett ist, desto weniger Auftrieb und Stabilität hat es, dadurch erhöht sich der Schwierigkeitsgrad.

Für das Lernen des Wellenreitens benötigst du keine Vorkenntnisse, du solltest dich aber sicher im Wasser fühlen und gut schwimmen können.

Tipp: Du hast bereits Snowboard- oder Skateboard-Erfahrung? Super, dann hast du einen großen Vorteil beim Surfen! Oder mit Yoga – viele Yogis verfügen ebenfalls über ein sehr gutes Balance-Gefühl. Diese Sportarten helfen auch, wenn du zuhause nicht aus der Übung geraten willst.

Surfen als Teamsport
Verena im Surfcamp im Portugal

Ist Surfen ein Teamsport?

Commnity: In der Gruppe macht das Wellenreiten mehr Spaß.

Generell ist Wellenreiten ein Einzelsport: Jeder Surfer versucht seine Technik und Kraft zu verbessern, um höhere Wellen zu surfen und noch mehr Tricks auszuführen. Doch mit mehreren Personen macht das Surfen einfach mehr Spaß und so fahren die meisten Wasserbegeisterten in Gruppen zum Strand.

Auf dem Wasser feuern wir uns gegenseitig an, geben Tipps oder nutzen die Pausen, wenn wir auf das nächste Wellenset warten, für einen kleinen Plausch. Auch als Anfänger ist es einfach mit anderen Sportlern in Kontakt zu kommen, sich über den aktuellen Wellengang auszutauschen oder an einer Strandbar das Surfwachs zu teilen.

Was gehört ins Gepäck für ein Surf-Abenteuer?

  • Natürlich dein Surfbrett;
  • Leash – ein stabiles Band, dass das Brett mit dem Bein verbindet;
  • Surfwachs – damit wird das Brett eingerieben, damit man nicht so schnell herunterrutscht;
  • Neoprenanzug je nach Kälte des Wassers;
  • Surfstick oder Zinkcreme (Sonnencreme, die nicht verläuft und nicht in den Augen brennt);      
  • Gummischuhe – an manchen steinigen Stränden sind sie notwendig, um die Füße vor Verletzungen zu schützen.

5 wichtige Regeln beim Surfen:

  1. Paddeln ist die Basisarbeit – auf eine gute Kondition zu achten lohnt sich!
  2. Nicht die Bahn eines Surfenden kreuzen und im Notfall untertauchen. Halte dabei wie beim Abspringen die Hände schützend über den Kopf, um nicht von einem anderen Surfbrett getroffen zu werden.
  3. Surfen ist kein Wettkampf, sondern Freude an sich. In der Gemeinschaft surfen sorgt für größeren Spaßfaktor und auch für mehr Sicherheit durch die Gruppe.
  4. Bei der Auswahl der Surfschule auch die Wassertemperatur am jeweiligen Urlaubsort berücksichtigen, da du die meiste Zeit im Wasser verbringst.
  5. Yoga, Snowboard oder Skateboard fahren stärkt allgemein das Balance-Gefühl und hilft beim Surfen lernen.
Frau im Campervan
Verena mit ihrem Camper in Portugal

Wo kann man in Europa und Deutschland surfen?

Beliebteste Surfspots für Surfanfänger:

  • In Europa ist der größte Surftreffpunkt Portugal, da es dort fast täglich surfbare Wellen gibt (nicht zu viel Wind und mittelhohe Größe), aber auch Frankreichs und Spaniens Nordküste sind sehr beliebt.
  • Einige der ausgefallensten Surfcamps, die ich besuchte, sind das Surf- & Poledance Camp in Frankreich, der rollende Surf-Schulbus und das idyllische von Bananenstauden umgebene Madeira Surf Camp.
  • El Palmar/Spanien ist noch ein kleines Juwel – als wärmste Surfregion Europas ein Geheimtipp für Wellenreiter
  • Klitmoeller/Dänemark ist auch für Windsurfer und Kiter schon lange das Paradies.
  • Im Winter sind die Kanaren, egal ob Teneriffa, Fuerteventura oder Gran Canaria, alle sieben Inseln für einen Surfurlaub zu empfehlen.
  • Auch in Deutschland kannst du auf Sylt erste Surfstunden nehmen – zum Beispiel über die Südkap Surfschule oder bei schlechtem Wetter in den Indoor Wellennlagen Citywave üben.

Wichtig: Die Eisbachwelle in München ist international bei vielen Wassersportlern beliebt, die hier das Fluss-Surfen ausprobieren. Für Anfänger ist sie jedoch nicht geeignet und sogar für fortgeschrittene Wassersportler nicht ganz ungefährlich.

Mein Netzwerk-Tipp für angehende Surfer:

Wer andere Surfbegeisterte aus Deutschland kennen lernen möchte, kann in verschiedenen Städten beim Paddle Battle teilnehmen und um die Wette durch den See paddeln oder beim Girls Surf Workout für den nächsten Surfurlaub trainieren.

Also, ran an das Board – und trau dich!

Verena


Einmal ausprobiert – und für immer:

Verena von vivaverena.com war nach ihren Surfstunden so begeistert, dass sie in den Semesterferien als Host und Fotografin im Surfcamp arbeitete. Ihre Erlebnisse und die coolsten Surfcamps in Europa verrät sie in ihrem Buch „I did it my wave“ .


Die perfekte Welle – welche Surfarten gibt es?

  • Surfen am Meer – sorgt mit Sicherheit für das spektakulärste Gefühl!  Große Wellen, die Weite des Horizontes, Meeresrauschen, Salz auf der Haut, Sommer, Sonne und abenteuerliches Strandleben – ein Traum, nicht?
  • Surfen im Fluss – bekannte stehende Wellen (Flusswellen) gibt es zum Beispiel im Eisbach in München, aber auch in der Reuss in Bremgarten/Schweiz. Doch Vorsicht, dieses sind als gefährlicher einzustufen als am Meer.
  • Surfen auf Seen – die Binnengewässer sind ein Eldorado zum Kite- und Windsurfen. Zahlreiche Surfschulen haben sich in Deutschland an den Binnengewässern niedergelassen, so z. B am Ammersee und Chiemsee.
  • Indoor Surfen – zum Schnuppern oder Üben gibt es einige Indoor-Surfplatz-Anbieter – z. B. in Schwimmbädern als Flow Riding im Alpamare Bad Tölz.

Du liebst das Wasser, aber Wellenreiten ist doch nicht dein Ding? Probiere es mal mit Segeln aus!


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