08.07.2015

Segeln: So gelingt Ihr Urlaub auf dem Segelboot

Sonne, Wind, Wasser und das Gefühl von Freiheit. So stellt man sich seinen Urlaub auf dem Segelboot vor. Auch wenn man selbst keinen Segelschein hat oder noch Anfänger mit wenig Erfahrung ist, kann man sich diesen Urlaubstraum erfüllen. Denn es gibt Katamarane sowie Segel- und Motoryachten in allen möglichen Größen, die man zusammen mit einem routinierten Skipper mieten kann.

Segeln ohne Segelschein?

Kein Segelschein notwendig Segelschein notwendig
Ohne Motor auf einem Binnenrevier (Ausnahme Berlin) Mit Motor auf einem Binnenrevier (meistens) Sportbootführerschein Binnen notwendig
Mit Jolle / Katamaran an der Küste Yacht auf einem Seerevier (Küste) führen Sportbootführerschein See notwendig (wenn ein Funkgerät an Bord ist auch ein Funkschein)
Yacht chartern je nach Einsatzort SKS (Sportküstenschifferschein), SSS (Sportseeschifferschein) oder SHS (Sporthochseeschifferschein) notwendig (in der Regel auch ein Funkschein)

 

In ein paar Ländern sind die Gesetze weniger streng und man darf auch ohne den entsprechenden Schein ein Segelboot steuern, so zum Beispiel in Dänemark. Dort verlässt man sich stark auf die Eigenverantwortung des Bootsführers – sprich darauf, dass der Segler nur segelt, wenn er sich sicher genug im Umgang mit dem Boot fühlt. Diese Regelung ist allerdings nicht unumstritten, denn Segel-Laien gehen dadurch oft ein hohes Sicherheitsrisiko ein. Dieses Risiko kann man minimieren, wenn man mit einem erfahrenen Skipper unterwegs ist. Denn er kann auch ein gewisses Nicht-Wissen seiner Crew ausgleichen.

Wenn man ein Boot gechartert hat, ist es sehr wichtig, gleich bei der Übernahme alle Mängel in die Übergabeliste einzutragen. Denn was da übersehen wird, kann später von der Kaution einbehalten werden. Ein kurzes Protokoll von der Übernahme, vom Zustand des Schiffes sowie wichtige Daten gehören ins Logbuch. Charterschiffe sind oftmals nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, deshalb ist es besonders wichtig, den Törn gut vorzubereiten. Da so ein Segeltörn schnell teuer werden kann, sollte man den Urlaub mit einer Reiserücktrittsversicherung, die optimaler Weise aus einer Storno- und einer Reiseabbruchversicherung besteht, absichern.

Packliste – was beim Segeln nicht fehlen darf

  • kleines Vielfachmessgerät
  • Takelzeug: Handschuh, Nadel, Segelgarn, breites Tape / Panzerband
  • Klebstoff und Gelcoat aus der Tube mit Härter für die Schrammen
  • Leinen und Bändsel (z.B. 2 x 10 m Leinen für Anker-Tripleine, Reitgewicht oder zum Verzurren vom aufgeblasenen Dingi an Deck, mind. 10 Bändsel ca. 1 bis 2 m)
  • Kurzwellenradio und UKW-Handfunke
  • GPS-Handgerät und Navigationsbesteck (Navi-Dreiecke, Handpeilkompass, wasserdichtes Fernglas, See- und Hafenhandbücher, Leuchtfeuerverzeichnisse, Yachtfunkdienst, wichtigsten nautischen Tafeln)
  • Seenot-Feuerwerk
  • Wasserdichter Packsack
  • Rettungswesten (am besten vollautomatische Rettungswesten möglichst mit Spraykappe). Tipp: Am Schalter vor dem Abflug unbedingt die hierfür benötigte CO2-Patrone anmelden

Was tun bei Seekrankheit?

Egal, ob man ein erfahrener Seefahrer ist oder Anfänger – je nach Wellengang kann die gefürchtete Seekrankheit jeden erwischen. Betroffene bemerken zunächst Kopfschmerzen und ein Schwindelgefühl, später kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Verursacht wird sie durch ein sogenanntes „Sensory Mismatch“ – die Gleichgewichtsorgane senden Signale, die nicht zum optischen Eindruck im starren Raum des Kabineninneren passen. Oft hilft deshalb schon ein Gang an Deck (mittschiffs ist der beste Platz) und der Blick auf den Horizont. Außerdem sollte der Magen nicht leer sein, besser etwas trockenes Brot essen. Wenn das nicht ausreicht, gibt es Medikamente zur vorbeugenden Einnahme. Dimenhydrinat beispielsweise gibt es rezeptfrei und kann als Kaugummi oder Tablette bzw. Kapsel angewendet werden. Außerdem gibt es den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Scopolamin, der in Form eines Pflasters – vor Reiseantritt – hinter das Ohr geklebt wird. Allerdings führen diese Medikamente zu starker Müdigkeit. Häufig helfen auch die Einnahme von Ingwerkapseln oder das Tragen von Magnetbändern, bei beidem sind keine negativen Nebenwirkungen zu befürchten. In der Regel gewöhnt sich der Körper allerdings nach einigen Tagen an die Schwankungen und die Symptome verschwinden wieder.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Segler grüßen sich durch ruhiges Winken mit einer Hand. Winken mit beiden Händen ist ein Hilferuf und führt dazu, dass andere Segler über Funk Hilfe holen werden.

Hier können Segelboote und Yachten online gemietet werden:
Chartercheck

Falls es Sie interessiert: Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht eines „Segel-Neulings“.

 


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