08.07.2018

Segeln: So gelingt der Urlaub auf dem Segelboot

Sonne, Wind, Wasser und das Gefühl von Freiheit. So stellt man sich seinen Urlaub auf dem Segelboot vor. Auch wenn du selbst keinen Segelschein hast oder noch Anfänger mit wenig Erfahrung bist, kannst du dir diesen Urlaubstraum erfüllen. Es gibt Katamarane sowie Segel- und Motoryachten in allen möglichen Größen, die man zusammen mit einem routinierten Skipper mieten kann.

Segeln ohne Segelschein?

In einigen Ländern sind die Gesetze weniger streng und man darf auch ohne den entsprechenden Schein ein Segelboot steuern, so zum Beispiel in Dänemark. Dort verlässt man sich stark auf die Eigenverantwortung des Bootsführers – sprich darauf, dass der Segler nur segelt, wenn er sich sicher genug im Umgang mit dem Boot fühlt. Diese Regelung ist allerdings nicht unumstritten, denn Segel-Laien gehen dadurch oft ein hohes Sicherheitsrisiko ein.

Besser: Dieses Risiko kannst du minimieren, wenn du mit einem erfahrenen Skipper unterwegs bist. Denn er kann auch ein gewisses Nicht-Wissen seiner Crew ausgleichen.

Kein Segelschein notwendig

Segelschein notwendig

Ohne Motor auf einem Binnenrevier (Ausnahme Berlin) Mit Motor auf einem Binnenrevier (meistens) Sportbootführerschein Binnen notwendig
Mit Jolle / Katamaran an der Küste Yacht auf einem Seerevier (Küste) führen Sportbootführerschein See notwendig (wenn ein Funkgerät an Bord ist auch ein Funkschein)
Yacht chartern je nach Einsatzort SKS (Sportküstenschifferschein), SSS (Sportseeschifferschein) oder SHS (Sporthochseeschifferschein) notwendig (in der Regel auch ein Funkschein)

Boot chartern

Wenn du ein Boot gechartert hast, ist es sehr wichtig, gleich bei der Übernahme alle Mängel in die Übergabeliste einzutragen. Denn was da übersehen wird, kann später von deiner Kaution einbehalten werden. Ein kurzes Protokoll von der Übernahme, vom Zustand des Schiffes sowie wichtige Daten gehören ins Logbuch. Charterschiffe sind oftmals nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, bereite dich auf den Törn daher gut vor.

Nicht vergessen: Da ein Segeltörn schnell teuer werden kann, solltest du dich mit einer Reiserücktrittsversicherung, die optimaler Weise aus einer Storno- und einer Reiseabbruchversicherung besteht, absichern.

Packliste – was beim Segeln nicht fehlen darf

  • kleines Vielfachmessgerät
  • Takelzeug: Handschuh, Nadel, Segelgarn, breites Tape / Panzerband
  • Klebstoff und Gelcoat aus der Tube mit Härter für die Schrammen
  • Leinen und Bändsel (z.B. 2 x 10 m Leinen für Anker-Tripleine, Reitgewicht oder zum Verzurren vom aufgeblasenen Dingi an Deck, mind. 10 Bändsel ca. 1 bis 2 m)
  • Kurzwellenradio und UKW-Handfunke
  • GPS-Handgerät und Navigationsbesteck (Navi-Dreiecke, Handpeilkompass, wasserdichtes Fernglas, See- und Hafenhandbücher, Leuchtfeuerverzeichnisse, Yachtfunkdienst, wichtigsten nautischen Tafeln)
  • Seenot-Feuerwerk
  • Wasserdichter Packsack
  • Rettungswesten (am besten vollautomatische Rettungswesten möglichst mit Spraykappe).
    Tipp: Am Schalter vor dem Abflug unbedingt die hierfür benötigte CO2-Patrone anmelden!

Was tun bei Seekrankheit?

Egal ob ein erfahrener Seefahrer oder Anfänger – je nach Wellengang kann die gefürchtete Seekrankheit tatsächlich jeden erwischen! Betroffene bemerken zunächst Kopfschmerzen und ein Schwindelgefühl, später kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Verursacht wird sie durch ein sogenanntes „Sensory Mismatch“ – die Gleichgewichtsorgane senden Signale, die nicht zum optischen Eindruck im starren Raum des Kabineninneren passen.

Das hilft bei Seekrankheit: 

  • Oft lindert schon ein Gang an Deck (mittschiffs ist der beste Platz) und der Blick auf den Horizont die Beschwerden.
  • Außerdem sollte der Magen nicht leer sein, besser etwas trockenes Brot essen.
  • Wenn das nicht ausreicht, gibt es Medikamente zur vorbeugenden Einnahme. Dimenhydrinat beispielsweise gibt es rezeptfrei und kann als Kaugummi oder Tablette bzw. Kapsel angewendet werden.
  • Außerdem gibt es den verschreibungspflichtigen Wirkstoff Scopolamin, der in Form eines Pflasters – vor Reiseantritt – hinter das Ohr geklebt wird. Allerdings führen diese Medikamente zu starker Müdigkeit.
  • Häufig helfen auch die Einnahme von Ingwerkapseln oder das Tragen von Magnetbändern, bei beidem sind keine negativen Nebenwirkungen zu befürchten.

Die gute Nachricht: In der Regel gewöhnt sich der Körper allerdings nach einigen Tagen an die Schwankungen und die Symptome verschwinden wieder.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Segler grüßen sich durch ruhiges Winken mit einer Hand. Winken mit beiden Händen ist ein Hilferuf und führt dazu, dass andere Segler über Funk Hilfe holen werden.

Des erste Segelten? Erfahrungsbericht eines „Segel-Neulings“.


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