13.08.2021

Camping-Begriffe, Unterschiede, Regeln – einfach erklärt!

Wie gut kennst du dich beim Camping aus? Jede Urlaubsart bringt auch eine eigene Sprache und spezielle Begriffe mit sich. Damit bei deinem Trip sicher nichts schief geht, haben wir die wichtigsten Regeln und Camping-Begriffe in einem kurzen Camper-Lexikon zusammengefasst. Los geht’s mit der richtigen Bezeichnung der unterschiedlichen Camping-Fahrzeuge!

Camping-Fahrzeuge – was bedeutet was?

  • Anhänger oder Caravan, Wohnwagen, Wohnanhänger, Trailer

Viele Begriffe für ein und das Gleiche: Wohnanhänger werden auch als Caravan oder Wohnwagen bezeichnet. Gemäß der allgemeinen Definition ist ein Wohnanhänger ein Anhänger für Kraftfahrzeuge, in dem sich eine Wohnungseinrichtung befindet. Er unterscheidet sich von einem Wohnmobil hauptsächlich durch das Fehlen eines eigenen Antriebs. So steuert man Anhänger immer im Gespann – und das unterliegt in fast allen Ländern strikten Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Wohnanhänger Caravan
Wohnanhänger bzw. Caravan (Foto: Stefan Widua, Unsplash.com)
  • Bulli

Mit Bulli ist meistens der legendäre Kult-VW-Bus gemeint. Je nach Ausbau und Größe gilt der Bulli auch als
Wohnmobil.

Mit dem Bulli im Camping Urlaub
Vintage-Bulli (Foto: Kevin Schmid, Unsplash.com)
  • Camper, Campervan, Campingbus, Kastenwagen

Campingbusse, Kastenwagen, Campervans oder allgemein Camper genannt, gibt es in verschiedensten Größen und Aufbau-Varianten – von kompakt und nicht viel größer als normale Pkws bis hin zu größer ausgebauten Campervans. Als eigene Fahrzeuge verfügen sie über einen eigenen Antrieb.

Wohmobil am Strand Lanzarote Camper-Sharing
Campervan am Strand (Foto: Yescapa) – Vanlife mit Camper-Sharing ausprobieren!
Camping mit VW Van und Dachzelt
VW-Van mit Aufstelldach (Foto: Tobias Weihnhold, Unsplash.com)
  • Reisemobil, Wohnmobil

Dein Zuhause auf vier Rädern! Reisemobil oder Wohnmobil ist die allgemeine Bezeichnung für alle eigenständige Fahrzeuge, die zum Wohnen auf Reisen oder sogar auf Dauer eingerichtet sind – andere Bezeichnungen sind auch Motorcaravan, Wohnmotorwagen in der Schweiz oder Motorhome bzw. RV (Recreational Vehicle) in USA/Kanada. Wohnmobile werden in der Regel je nach Größe in A, B, C eingeteilt und bestehen aus einem Fahrzeug als Basis und dem sogenannten Wohnmobil-Aufbau. Bei Wohnmobilen wie den Truck Campern ist das Fahrerhaus vom Wohnbereich getrennt.

Camper Wohnmobile sicher machen
Wohnmobile am See-Campingplatz
Camping Urlaub entspannen mit Caravan
Ruhe und Entspannung pur mitten in der Natur
  • Wohnwagen

s. oben (Wohn)-Anhänger bzw. Caravan

  • Last but not least: Auto-Camping (Pkw, Van) und Dachzelt

Natürlich kannst du das echte Camping-Feeling auch mit deinem normalen Pkw genießen. Neben den klassischen Camping-Zelten gibt es verschiedene Dachzelte, die du einfach auf dein Autodach montieren kannst. Zur Auswahl stehen flexible Softtop-Dachzelte oder die stabileren Hartschalen-Dachzelte. Diese kosten mehr und die Liegefläche ist auf die Dachgröße des Autos eingeschränkt.

Camping mit Auto und Dachzelt
Auto-Camping mit Dachzelt (Foto: Michael Aleo, Unsplash.com)

Häufige Begriffe beim Camping, die du kennen solltest:

  • Abreißseil: Wird für die Brems-Befestigung der Wohnanhänger an das Fahrzeug verwendet. Es gibt unterschiedliche Vorgaben je nach Land, die man beachten muss. Rangiert wird ein Wohnanhänger mit einer Metall-Stange – der sogenannten „Deichsel“.

  • Abwassertank: Das sind Behälter, die das Schmutzwasser – auch „Greywater“ genannt – aus der Spüle und Dusche sammeln und an Campingplätzen entsorgt werden. Der Fachbegriff dafür heißt „dumpen“. Die Toilette läuft übrigens über einen eigenen Tank – das Abwasser wird passend zum ersten Behälter als „Blackwater“ bezeichnet.

  • Aufbaubatterie: Spezielle aufladbare Batterie für die Stromversorgung von Wohnmobilen – je nach Material als AGM-Batterie, Gelbatterie oder Nassbatterie.

  • Alkoven: Der Begriff Alkoven kommt ursprünglich aus dem Arabischen und bezeichnet eine Schlafnische bzw. ein Wandbett. In einem Alkoven-Wohnmobil ist das Bett oder die Bettnische somit über dem Führerhaus. Der Vorteil: So brauchst du für das Bett im Wohnbereich keine gesonderten Umbauten oder Einbauten.

  • ATC: Eine Abkürzung für das sensobetriebene Antischleudersystem “AL-KO Trailer Control” für Wohnwagen bzw. Caravans, mit dem die Bewegungen bei der Fahrt stabilisiert werden.

  • CDW: Der Begriff steht für „Collision Damage Waiver“ und bedeutet den Vollkasko-Schutz mit einer Selbstbeteiligung hinsichtlich Schäden am Mietfahrzeug. Oft sind Schäden von Unterboden, Reifen und Scheiben ausgeschlossen. Mit einer speziellen Selbstbehaltversicherung kannst du deinen Selbstbehalt reduzieren und auch Schäden an Unterboden, Reifen und Scheiben zusätzlich absichern.

  • CEE-Adapter bzw. -Stecker: Für den Stromanschluss relevant – für Reisen ins Ausland nach wie vor wichtig.

  • Dinette: Als Dinette wird in Wohnmobilen und Wohnwägen eine Sitzkombination aus zwei gegenüberliegenden Sitzbänken mit dazwischenstehendem Tisch bezeichnet. Oftmals lässt sich die Dinette auch zu einem Schlafplatz umbauen. Dafür wird der Tisch auf das Niveau der Sitzbankkästen abgesenkt – auf der so entstehenden Fläche werden die Sitzpolster zusammen mit den Rückenpolstern als Matratze ausgelegt.

  • Full-Hook-up: Ein Stellplatz, der mit allen relevanten Anschlüssen für Strom, Wasser und Abwasser auch mit W-Lan und Kabel-TV ausgestattet ist.

  • Gasregler (Gasdruckregler, Druckminderer): Egal ob zum Kochen oder Heizen, drinnen oder draußen – die Verwendung von Flüssiggas-Flaschen ist mit einem Gasdruckregler sicherer. Je nach Einsatz gibt es verschiedene Geräte. An „Duo-Controll“-Gasdruckregler können zwei Gasflaschen angeschlossen werden, so dass automatisch gewechselt wird, sobald eine verbraucht ist. 
  • Heckbereich, Heckgarage, Heckstauraum: Das ist der Stauraum in Wohnmobilen – bei größeren meist im unteren Bereich auf der Beifahrerseite. In kleineren Mobilen ist damit auch der Heck-Stauraum gemeint, der beim Umklappen der Betten oder Sitze entsteht. So gibt es auch das Heckbad oder die Heckküche.

  • Oyster: mobile Fernsehgeräte und Satellitenantennen der Firma ten Haaft GmbH.

  • Sani-Dumps: Das sind Dump-Stationen an Stell- und Campingplätzen oder auch an einigen Tankstellen.

  • Slide-outs: ausfahrbare Teile des Wohnmobils. Ein ausfahrbares Dach heißt dagegen Hubdach, Hebedach, Pilzdach. Dachluken und Dachfenster werden als Heki bezeichnet.

  • Stellplatz und Campingplatz: In der Praxis ein großer Unterschied – denn während Stellplätze eher für einen kürzeren Zwischenstopp hauptsächlich für Wohnmobile (Stromversorgung, Entsorgung, Fahrpausen) ausgelegt sind, eignen sich Campingplätze für den kompletten Camping-Urlaub in der Natur. 

  • Teilintegrierter: Mit diesem Begriff meinen Camper-Profis einen Camper, bei dem der Fahrerbereich nach wie vor im Original-Zustand ist (als Wohnbereich kann er durch das Aufklappen der Sitze mitgenutzt werden).

  • Vollintegrierter: Nur das ursprüngliche Fahrgestell ist noch im Original-Zustand, alles andere ist individuell auf- und ausgebaut. 

  • Windhundprinzip (FCFS – first-come, first-served): Viele Campingplätze vergeben ihre Stellplätze nach dem Windhundprinzip. Das heißt: Schnell sein lohnt sich. Wenn die Nachfrage höher als die Kapazität der Plätze ist, wird nach dem Zeitpunkt der Anmeldung entschieden – „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Ein wichtiger Camping-Begriff, der noch fehlt? Gerne Feedback in den Kommentaren!

Wildcampen – ist es erlaubt?

Wer träumt nicht von diesem Gefühl von Freiheit und einfach sein Zelt dort aufzuschlagen, wo es einem gefällt? Ganz so frei geht es auch beim Campingurlaub nicht, aber fast. Unter dem Begriff Wildcampen versteht man das Campieren oder Zelten an nicht ausgewiesenen Orten außerhalb von beispielsweise Campingplätzen.

Und das sagt das Recht: Wildes Campen und Zelten ist in Deutschland generell verboten, allerdings gibt es in den meisten Bundesländern Ausnahmen in Form von speziell ausgewiesenen Gebieten oder Trekking-Camps.

Tipp zum Zelten in der Natur (legal „wildcampen“): Schöne Trekking-Camps findest du im Schwarzwald, im nördlichen Bayern, im Elbsandsteingebirge, im Pfälzerwald, im Hunsrück, in der Eifel und in Teilen Schleswig-Holsteins.

Auf der Straße zu parken und zu „übernachten“ ist eine gewisse Zeit, in der Regel 10 Stunden oder max. eine Nacht erlaubt. Das gilt als eine Ruhepause für alle Autofahrer.

In anderen Ländern wie z. B. in Skandinavien oder auch Schottland ist freies Zelten erlaubt oder weniger eingeschränkt. Mit Wohnmobil sind aber auch hier die geltenden Parkverbote zu beachten.

Regeln am Campingplatz – was ist zu beachten?

Schon kleine Dinge machen den Unterschied. Achte auf diese Dinge, wenn du dich nicht bei deinen Camping-Nachbarn unbeliebt machen willst:

Regel Nr. 1: Ruhezeiten einhalten

Damit die Mitcamper jederzeit ungestört und gut schlafen können, herrscht auf den allermeisten Campingplätzen ab 22 Uhr Nachtruhe. Das heißt: Ab dieser Uhrzeit keine laute Musik mehr und auch keine ausufernden Unterhaltungen vor dem eigenen Wohnwagen. Auf allzu späte Anreisen solltest du ebenfalls aus Rücksichtnahme auf die anderen Urlauber, wenn möglich, verzichten.

Regel Nr. 2: Müll anständig entsorgen

Ein absolutes No-Go unter Campern ist es, Essensreste und weiteren Müll vor dem Wohnwagen liegen zu lassen bzw. nicht richtig zu entsorgen. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern lockt auch Wespen und Schädlinge an, welche sich nur allzu gern auf dem gesamten Campingplatz verteilen.

Regel Nr. 3: Campingstühle und -tische nachts zur Seite räumen

Achtung Stolperfalle: Klappe vor dem Schlafengehen dein Camping-Equipment zusammen und räume auf, damit Stühle und Tische in der Nacht nicht zum gefährlichen Hindernis für dich und andere Camper werden. Es besteht akutes Verletzungsrisiko!

Regel Nr. 4: Begrenzungen einhalten

Gerade dann, wenn mehrere Personen in einem Wohnmobil unterwegs sind, kann es sein, dass die Ausstattung viel Platz in Anspruch nimmt. Halte die vom Campingplatzbetreiber vorgegebenen Zelt- und Bereichsgrenzen unbedingt ein. So stellt du sicher, dass der Hausfrieden mit dem jeweiligen Campingnachbar gewahrt wird.

Camping-Urlaub – welche Versicherung?

Neben der Pflichtversicherung wie der Kfz-Haftpflicht gibt es eine Reihe von hilfreichen Zusatzversicherungen. Je nachdem, wie dein Reiseverhalten ist, ob du ein Wohnmobil oder Caravan mietest oder besitzt, gibt es passende Angebote für viele Sicherheitsbedürfnisse der Camping-Urlauber. Ein Überblick für dich, was du bei der Auswahl deiner Campingversicherung beachten solltest.

So wird die Zeit in Caravan, Zelt & Co. zum gelungenen Abenteuer für große und kleine Campingfans!


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