11.12.2019

Business-Knigge im Ausland: Achtung, Fettnäpfchen!

Meeting in Japan, Südafrika oder Indien? Höflichkeitsformen, Gesten und Körperkontakt sind stark von kulturellen Normen geprägt. Wer auf Geschäftsreisen oder als Expat Fettnäpfchen vermeiden will, achtet besonders auf den Business-Knigge im Ausland und die wichtigsten Unterschiede:

Japan-Knigge – zwischen Businesstreffen und Karaokebar

Wer im Inselstaat auf Geschäftspartner trifft, sollte sich vorher mit den dortigen Umgangsformen auseinandersetzen. Die Japaner legen großen Wert auf Höflichkeit und Zurückhaltung, sie sind sehr distanziert und vermeiden jeglichen Körperkontakt. Daher gilt es bereits bei der Begrüßung Distanz zu wahren. Anstatt sich die Hand zu schütteln, legen Männer ihre Hände auf ihre Oberschenkel, Frauen kreuzen sie vor ihrem Oberkörper und verbeugen sich dabei. Einen besonderen Stellenwert hat auch die Übergabe der Visitenkarte. Diese wird ausschließlich mit beiden Händen ausgegeben und entgegengenommen, um seinem Gegenüber Respekt zu zollen.

Nur Mut: Eine Einladung zum Karaokeabend? Dann gilt auch für Nichthobbysänger – Augen zu und durch!  Denn in den Bars kommt jeder mal an die Reihe. Wer sich dem bunten Treiben entziehen möchte, ist schnell unten durch.

Indien-Knigge – von wegen alles mit „links“

In Indien bestimmt vor allem der Hinduismus die Umgangsformen und Tabus der Gesellschaft. So begrüßen sich Geschäftspartner mit einem Handschlag, der meist mit dem Austausch der Visitenkarte einhergeht. Die Karten übergeben sie sich mit der rechten Hand und stecken diese auch nicht danach direkt weg.
Gut zu wissen: In Indien geschieht fast alles mit der rechten Hand, weil die Linke zur Körperpflege dient und als unrein gilt, wie auch die Füße.

Ja oder nein – oder was denn nun genau? Um Missverständnisse zu vermeiden, muss man die indischen Gesten zur Zustimmung oder Verneinung richtig deuten. Denn umgekehrt zum westlichen Gebrauch, bedeutet das Hin- und Herwiegen des Kopfes in Indien die Zustimmung und ein kurzes Zucken, das leicht mit einem „Ja“ verwechselt wird, deutet eine Verneinung an.

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Südafrika-Knigge – alles ein bisschen lockerer

Während die Deutschen in Japan mit ihrem westlichen Auftreten auf Einheimische schnell informell und zu direkt wirken, werden sie in Südafrika wohl eher als steif wahrgenommen. Denn ein Businessmeeting in Südafrika ist vor allem eins: casual. Ausgenommen das erste Meeting, wichtige Vertragsunterzeichnungen und Co., legen Südafrikaner lockere Kleidung und lässige Umgangsformen an den Tag. Deshalb ist bei der Begrüßung der „deutsche“ feste Händedruck mit Augenkontakt nur in abgeschwächter Form anzuwenden.

Wichtig: Ein direktes „Nein“ wird als unhöflich empfunden. Dagegen stehen Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit hoch im Kurs. Auch Körperkontakt spielt in Südafrika eine wichtige Rolle. Berührungen werden als Zeichen der Verbundenheit aufgefasst und oft kommt es nach Geschäftsabschluss zu einer brüderlichen Umarmung.

China-Knigge – Zurückhaltung in jeder Hinsicht

Ein Handschlag ist okay – in China werden europäische Gäste oftmals gern auf diese Weise begrüßt. Dieser sollte jedoch nicht zu stark und der Blickkontakt nur kurz sein. Ein Muss sind zweisprachige Visitenkarten, die mit beiden Händen übergeben und ebenso in Empfang genommen werden. Für Europäer ungewöhnlich, ist es in China empfehlenswert den Namen seines Gegenübers interessiert zu lesen.

Aufpassen: Auch in Sachen Kleidung und Essverhalten müssen die Gäste aus dem Ausland  einiges beachten. Mehr über die wichtigen Do’s and Don’ts für Geschäftsreisen nach China.

Kanada-Knigge – Political Correctness

Für die Kanadier ist eine gute Beziehungspflege sehr wichtig:  Pünktlichkeit, Höflichkeit, Toleranz und Offenheit haben einen großen Stellenwert. Da Berufliches und Privates klar getrennt wird, ist Diskretion in jeder Hinsicht und damit Zurückhaltung angesagt. Wer von Geschäftspartner nach Hause eingeladen wird, bringt am besten ein kleines Geschenk mit.

Wichtig: Das Arbeitstempo ist in Kanada noch etwas schneller als bei uns. Anfragen also besser zügig beantworten. Auf Vergleiche mit ihren Nachbarn reagieren Kanadier eher empfindlich, sie sind stolz auf ihre eigene nationale Identität.


Und wie sieht es in Russland aus? Dort kommt es beim Gastgeschenk auch auf die Auswahl der Farbe an. 6 Tipps für Russland-Reisende!


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