12.02.2022

Vor dem Job die Welt erobern: Auslandsaufenthalte für junge Menschen

Während der Schulzeit oder des Studiums packt viele junge Menschen die Abenteuerlust: Ein paar Monate die Freiheit genießen, fern von der gewohnten Umgebung neue Erfahrungen sammeln, sich sozial engagieren oder vielleicht auch ein bisschen Geld verdienen. Ob Freiwilligendienst, Work & Travel oder ein Austauschjahr auf der High School – die Auswahl ist groß. Mehr über die Programme, Kosten und Absicherung!

1. Reisen und Gutes tun: Freiwilligendienst

Sich sozial engagieren!

Darum geht es: Kinder in einem Heim in Bolivien betreuen oder in einer Tierauffangstation in Südafrika arbeiten? Es ist ein soziales, meist ehrenamtliches Engagement in einer Jugendeinrichtung, einer Schule oder einem sozialen Projekt. Für Jugendliche, die gerade die Schule abgeschlossen haben, ideal, da anders als bei Entwicklungsdiensten keine Berufsausbildung vorausgesetzt wird.

So viel kostet es: Meistens wohnt man in Gastfamilien oder Camps. Unterkunft und Verpflegung sind kostenlos, die An- und Abreise müssen die Helfer selber finanzieren. Es gibt staatlich geförderte Programme wie weltwärts, der Europäische Freiwilligendienst oder Kulturweit oder Angebote privater Organisationen. Allerdings fallen hier für Beratung, Organisation und Betreuung Kosten an.

So geht’s: Viele dieser Programme laufen mindestens sechs Monate und sind zeitlich kaum flexibel. Wer Interesse hat, muss sich mit einem Motivationsschreiben um einen Platz direkt oder über eine sogenannte Entsendungsorganisation bewerben. Kürzer und flexibler geht es nur über private Agenturen. Doch Vorsicht – der Anbieter und die Hilfsprojekte sollten überprüft bzw. zertifiziert worden sein! Nur so kann man sich sicher sein, bei einem vertrauenswürdigen Projekt zu arbeiten.

Freiwilligendienst
Freiwilligendienste locken junge Menschen nach der Schule in die weite Welt.

2. Abenteuer Schüleraustausch

Erlebe die High School!

Darum geht es: Viele Jugendliche wollen sich selbst ausprobieren und ihre Sprachkenntnisse verbessern. Gerade 16-Jährige wählen oft ein High School-Jahr in englischsprachigen Ländern wie Kanada, USA, Großbritannien oder Australien. Wer den ganzen Tag Englisch spricht, liest und hört, bereichert sein Sprachgefühl und entwickelt einen umfangreichen Wortschatz. Die Jugendlichen kehren nach einem halben oder ganzen Jahr mit mehr Selbstbewusstsein und neuer Selbständigkeit zurück und können sich oft schnell wieder in ihrer alten Schule integrieren.

So viel kostet es: Je nach Anbieter und Leistungskatalog reicht die Preisspanne für einen mehrmonatigen Schüleraustausch von 5.000 Euro bis 30.000 Euro. Dabei bewegen sich die durchschnittlichen Kosten für die günstigeren Programme wie etwa in Spanien, USA oder Frankreich bei rund 6.500 Euro. Angehende Austauschschüler sollten sich in jedem Falle um das Auslands-BAföG (Bundesausbildungsförderung) bemühen, womit monatlich bis zu 585 Euro für längstens ein Jahr gefördert werden können.

So geht’s: Oft bietet die eigene Schule ein Austauschprogramm an, womit einem die schwere Entscheidung über die Organisation abgenommen wird, schließlich möchte man sein Kind in guten Händen wissen. Anderenfalls helfen neutrale Beratungsdienste wie weltweiser oder ein Austausch über Schüler-Foren, die richtige Wahl des Anbieters zu treffen. Er steht in allen Fragen zum konkreten Programm sowie Zeitpunkt und Dauer des Austausches unterstützend zur Seite und hilft bei den Formalitäten, wofür überdies die Schulnoten oder persönliche Motivation eine Rolle spielen.

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3. Den Aufenthalt selbst finanzieren: mit Work & Travel

Arbeiten und Reisen im Ausland!

Darum geht es: Ein paar Wochen im Whistler Mountain-Skigebiet in Kanada am Skilift jobben, dabei Geld verdienen und dann den Rest des Landes erkunden? Für viele ist das die ideale Lösung, um nach der Schule länger reisen zu können. Auch hier muss man in der Regel schon mindestens 18 Jahre alt sein, um im Ausland jobben zu können.

So viel kostet es: Wer schon ein bisschen Auslandserfahrung und gute Kenntnisse in der Landessprache besitzt, kann seinen Work & Travel-Aufenthalt auch gut selbst organisieren. So fallen lediglich die Reisekosten und Gebühren für Visa und Genehmigungen an. Wem allerdings eine Starthilfe für den Auslandsaufenthalt lieber ist, kann eines der vielen kostenpflichtigen Work & Travel-Pakete von Agenturen wählen. Sie vermitteln erste Jobangebote und Unterkünfte, unterstützen bei der Visa-Anmeldung und haben Ansprechpartner vor Ort.

So geht’s : Einen Job am Wunschzielort finden Jugendliche beispielsweise über Jobportale im Internet oder die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit (ZAV). Wer über die Agenturen ins Ausland reist, sollte die Details prüfen: Was kosten die Flüge? Welche Erfahrungen haben andere Teilnehmer gemacht? Ist es möglich, abwechselnd zu jobben und zu reisen? Ist der Anbieter bzw. das Projekt zertifiziert? Vor Ort ist es dann in Hostels oder Backpacker-Cafés meist leicht, Kontakte zu knüpfen und weitere Jobs zu finden.

Auslandsaufenthalt
Abi und dann? Für viele der beste Zeitpunkt für ein Auslandsjahr „Work and Travel“.

4. Auslandsaufenthalt als Au-Pair

Kinderbetreuung auf Zeit!

Darum geht es: Man lebt in einer Gastfamilie, kümmert sich um deren Kinder sowie den Haushalt und meistert so den Alltag in einem fremden Land. Das heißt natürlich auch, mehr Verantwortung zu übernehmen und man muss ein Gefühl für Kinder haben, um mit ihnen zu spielen und sie zu beschäftigen. In der Freizeit kann man z. B. begleitend eine Sprachschule besuchen. Nach der Rückkehr besteht der familiäre Anschluss oft noch über Jahre hinaus.

So viel kostet es: Obwohl die Unterkunft und Verpflegung frei sind und man in der Regel ein kleines Taschengeld erhält, ist der Auslandsaufenthalt nicht völlig kostenfrei. Für eigene Freizeitaktivitäten oder unerwartete Ausgaben sollte man über finanzielle Reserven verfügen und auch die An- und Abreise müssen meist aus eigener Tasche finanziert werden.

So geht’s: Die Voraussetzungen für ein Au-pair sind vielfältig: von der Altershöchstgrenze zwischen 25 und 30 Jahre, über notwendige Sprachkenntnisse je nach Gastland bis hin zu gesundheitlichen Nachweisen. Teilweise werden auch qualifizierende Schulabschlüsse und entsprechende Erfahrungen in der Kinderbetreuung erwartet. Zwar kann ein Au-Pair-Aufenthalt auch auf eigene Faust geplant werden, es empfiehlt sich jedoch, eine Vermittlungsagentur mit verifizierten Gastfamilien auszuwählen, um nicht etwa als günstige Haushaltshilfe ausgebeutet zu werden und kompetente Ansprechpartner an seiner Seite zu haben.

5. Studieren im Ausland

Auslandserfahrung als Karrierevorsprung!

Darum geht es: Viele Studenten entscheiden sich während ihres Studiums für ein Auslandssemester, um so in einer anderen Sprache und in einer anderen Kultur studienrelevant zu lernen und einen wissenschaftlichen Austausch zu erfahren. Oft ergeben sich so Verbindungen fürs Leben, ein weltweites Netzwerk, vertiefte Sprachkenntnisse und auch einen entscheidenden Vorteil bei der Bewerbung für den Job in einem führenden Unternehmen. Personalentscheider sehen einen Auslandsaufenthalt inzwischen als absolutes „must have“.

So viel kostet es: Die Finanzierung für ein Auslandssemester hängt maßgeblich vom Zielland ab, denn außerhalb der EU fallen oftmals sehr hohe Studiengebühren an. Eine mögliche Abhilfe schaffen Auslands-BAföG, Stipendiengeber wie Erasmus, DAAD (Deutsche Akademische Austauschdienst) oder die Fulbright-Kommission sowie Bildungs- oder Studienkredite. Kostengünstiger fährt man allerdings mit einer Partnerhochschule der Heimatuniversität.

So geht’s: Die Eintrittskarte für ein Studium an den ausländischen Hochschulen ist normalerweise das deutsche Abitur. Ein Aufenthalt dauert ein oder zwei Semester. Kommt die Partnerschule der Heimatuniversität nicht in Frage, muss der Aufenthalt selbst in die Hand genommen werden (sog. Freemover). Verschiedenste Austauschorganisationen und Beratungsstellen wie etwa das Akademischen Auslandsamt (AAA) oder International Office (IO) helfen bei der Planung und Organisation.

Auslandsaufenthalt
Interkulturelle Kompetenz, Sprachkenntnisse und ein weltweites Netzwerk an Freunden – an einem Auslandsaufenthalt und den Erfahrungen profitieren Studenten zeitlebens

6. Nicht vergessen: Auf die richtige Auslandskrankenversicherung kommt es an!

Richtig abgesichert auf Reisen!

Darum geht es: Es macht einen Unterschied, in welchem Land man sich aufhält. Denn die gesetzliche Krankenversicherung greift während eines längeren Auslandsaufenthalts nur bedingt. Gerade in besonders beliebten Ländern wie den USA, Kanada oder Australien ist man gar nicht versichert.

So viel kostet es: Den Transport ins nächste Krankenhaus oder den Rücktransport nach Hause, der leicht einen fünfstelligen Betrag kosten kann, müssten Jugendliche ohne entsprechender Absicherung aus eigener Tasche zahlen. Europaweit erstatten gesetzliche Krankenkassen die Behandlungskosten nur teilweise, und das nur in Ländern mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Außerhalb gibt es keine Erstattung der Behandlungskosten.

So geht’s: Für Work & Travel-Reisende, Studenten, Au-pairs, Backpacker, Sprach- oder Austauschschüler gibt es eigene Reiseversicherungen, die speziell während des gesamten Auslandsaufenthalts bei Unfällen und akuten Erkrankungen absichern. So ist auch ein Rücktransport nach Hause finanziell abgedeckt. Bei längeren Aufenthalten ist es sinnvoll, nicht nur eine Auslandskrankenversicherung sondern zusätzlich auch eine Unfall-, Haftpflicht und Unterbrechungsversicherung abzuschließen.



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