01.02.2020

Winterfreizeit – bei Erfrierungen ist schnelles Handeln gefragt

So schön der Winter für viele Menschen ist, aber wer kennt nicht das schmerzende Gefühl des Frierens bei langen Spaziergängen, Bergwandern oder beim Skifahren? Wer zu lange niedrigen Temperaturen und vielleicht noch eiskalten Winden ausgesetzt ist, riskiert eine Erfrierung oder Unterkühlung. Doch ab wann wird es für den Körper gefährlich und wie kannst du Erfrierungen behandeln?

Ursache von Erfrierungen

Wird unser Körper der Kälte ausgesetzt und kühlt aus, versucht er dem entgegenzuwirken. Er drosselt die Wärmeabgabe und erhöht die Wärmebildung – und wir beginnen zu zittern. Besonders schnell kühlt der Körper aus, wenn man ins kalte Wasser fällt, z.B. beim Schlittschuhlaufen, ein Skifahrer von einer Lawine verschüttet wird oder ein Bergsteiger in eine Gletscherspalte stürzt.

Durch den Kältereiz verengen sich unsere Blutgefäße und die Extremitäten werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Finger, Zehen, Nase und Ohren frieren daher am schnellsten. Diese kannst du jedoch mit einigen wichtigen Maßnahmen – von der richtigen Kleidung bis zur vorbeugenden Abhärtung – vor Kälte schützen. Auch Wind, Nässe sowie zu enge Kleidung und Schuhe begünstigen Erfrierungen. Beim Bergsteigen ist auch der in der Höhe niedrigere Sauerstoffgehalt ein fördernder Faktor. Zu den individuellen Risikofaktoren gehören u.a. bereits bestehende Durchblutungsstörungen, das Rauchen oder eine Diabetes-Erkrankung.

So erkennst du Erfrierungen

Es ist nicht einfach zu erkennen, wie schlimm eine Erfrierung ist. Sinkt die Körpertemperatur unter 35 Grad ist der Zustand ernst. Sehr gefährlich wird es bei unter 33 Grad. Dann hört das Muskelzittern auf und man verliert das Bewusstsein.

Je nach Symptomen werden Erfrierungen in folgende Schweregrade eingeteilt:

Grad 1: Die Haut erscheint (grau- oder gelb-)weiß, ist hart und ohne Gefühl. Wird sie wieder erwärmt, so nimmt sie eine rosige Farbe an und beginnt zu schmerzen. Betroffene Körperteile sind kalt, zunächst weich und schmerzhaft, später hart und gefühllos. Erfrierungen vom Grad 1 heilen meist vollständig.

Grad 2: Die Haut verfärbt sich blaurot und es bilden sich (teils blutgefüllte) Blasen. Es kommt zu mehr oder weniger starken Haut- und Gewebszerstörungen.

Grad 3: Hier kommt es zu Gefäßverschlüssen und zum Absterben von Gewebe. Die Haut ist stark geschwollen und verfärbt sich in der Folge blauschwarz. Auch hier entstehen starke Haut- und Gewebszerstörungen, die im schlimmsten Fall eine Amputation erforderlich machen.

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Erfrierungen behandeln: Erste-Hilfe-Tipps

Anhaltende Gefühllosigkeit ist ein deutliches Warnzeichen für eine beginnende Erfrierung. So kannst du Erfrierungen behandeln und dich behutsam aufwärmen:

  • Suche so schnell wie möglich warmen, windgeschützten Ort auf (Berghütte, beheiztes Auto, Zelt).
  • Einengende Kleidung oder Schuhe lockern, nasse Kleidungsstücke wechseln.
  • Taube Finger können in der Achselhöhle oder zwischen den Oberschenkeln erwärmt werden, taube Zehen durch das Auflegen warmer Hände.
  • Nimm ein wärmendes (nicht alkoholisches!) Getränk oder eine warme Suppe zu dir.
  • Erfrorene Körperteile vorsichtig in einem Wasserbad mit 37 °C bis max. 40°C  erwärmen (max. eine halbe Stunde). Dies kann sehr wehtun und erfordert gegebenenfalls sogar die Einnahme von Schmerzmitteln.
  • Betroffene Hautbereiche mit einem sterilen lockeren Verband einwickeln – jeden Finger und jede Zehe einzeln.

Wichtig: Ist der Betroffene auch unterkühlt, solltest du als erstes den Notruf tätigen. Bringe den Verletzten danach so schnell wie möglich an einen warmen Ort und schütze ihn vor kaltem Untergrund mit Rettungsfolie oder einer Decke.

Das solltest du bei Erfrierungen vermeiden:

  • Einreiben der betroffenen Stellen(n) mit Schnee
  • Aufstechen der ggf. gebildeten Blasen
  • Massieren der betroffenen Stelle(n)
  • Nutzung zu heißer und trockener Quellen wie Fön, Heizung, Heizkissen (es kann zu Verbrennungen kommen), nicht Rauchen.
  • Vorsicht: Ist der Patient kaum noch bei Bewusstsein und zittert nicht mehr, dann versuche nicht, ihn aufzuwärmen. Kaltes Blut aus den Gliedmaßen kann sich mit warmem Blut aus dem Körperstamm vermischen und zum Kreislaufschock führen. Warme Decke hilft ebenso wie das Wechseln nasser Kleidung.

Und nicht vergessen: Denke an den passenden passenden Reiseschutz, bevor du in den Wintersport startest!


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