19.07.2016

Bilharziose – schon ein kurzer Wasserkontakt reicht

Was gibt es Schöneres, als nach einem langen Tag in Wanderschuhen in einen erfrischenden See zu springen? Doch nicht jedes Gewässer ist so einladend wie es scheint. In manchen See oder Fluss in Afrika, Süd- und Mittelamerika oder Asiens leben kleine Saugwürmer, deren Larven die sogenannte Bilharziose verursachen.

Wie kann ich mich mit Bilharziose anstecken?

An Uferböschungen stehender oder langsam fließender Süßgewässer – hier hält sich eine bestimmte Wasserschnecke auf, die Saugwürmer-Larven ins Wasser abstoßt. Beim Baden, Waschen oder Waten durch einen Bach oder beim Fischfang dringen die Larven durch unsere Haut ins Blut und nisten sich in der Darm- oder Blasenwand ein. Auch durch Trinken von verseuchtem Wasser werden die Larven aufgenommen.

In welchen Regionen ist Bilharziose am meisten verbreitet?

Weltweit in subtropischen und tropischen Regionen, hauptsächlich

  • in Afrika der Victoria- und Malawi-See sowie der Nil,
  • in Ost- und Südostasien in China entlang des Yangtze sowie am Mekong-Fluss in Laos und Kambodscha,
  • in Südamerika in Brasilien, Suriname und Venezuela,
  • Süßgewässer im Nahen Osten und in der Karibik.

Auch in Europa kam es bereits zu Infektionen. So sind in den letzten Jahren mehr als 120 Menschen an Bilharziose erkrankt, die im Fluss Cavu im Süden Korsikas gebadet hatten.

Wie erkenne ich eine Bilharziose-Infektion?

Innerhalb weniger Stunden bilden sich juckende Knötchen in Körperbereichen, die mit Süßwasser in Berührung gekommen sind. Einige Wochen später kann es zu Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, blutigem Durchfall oder Blut im Urin kommen.

Wie wird man eine Bilharziose-Infektion wieder los?

Die Bilharziose heilt problemlos aus, wenn sie rechtzeitig mit dem Antiwurmmittel Praziquantel behandelt wird. Unbehandelt kann eine Infektion einen chronischen Verlauf nehmen und zu Folgeschäden wie Blasenkrebs oder Unfruchtbarkeit führen.

Wie kann ich eine Ansteckung vermeiden?

Um in den Körper einzudringen brauchen die Larven nur wenige Minuten. In Gebieten mit Bilharzioserisiko sollte man am besten den Kontakt mit Süßwasser meiden. Dies gilt auch beim Duschen oder Waschen, wenn nur unbehandeltes bzw. ungefiltertes Wasser zur Verfügung steht. Wer trotzdem ins Wasser muss, sollte sich schützen und z.B. Gummistiefel tragen oder den Körper schnellstmöglich gründlich abtrocknen. Durch Abrubbeln mit einem Handtuch werden Larven, die sich eventuell auf der Haut befinden, abgetötet. Bei Kontakt mit Salzwasser oder chloriertem Wasser besteht kein Infektionsrisiko.


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