22.05.2014

Kleiner Reise-Knigge für Brasilien

Brasilien bietet eine riesige Vielfalt an bunten Eindrücken. Von schneeweißen Stränden über tropische Regenwälder bis hin zu Metropolen, in denen Tanz uns Musik den Takt des Lebens bestimmen. Es fällt leicht dem Charme des südamerikanischen Landes zu verfallen. Die Brasilianer wirken sehr entspannt und zwanglos, dennoch sollten Sie als Gast ein paar Benimmregeln befolgen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Hier die wichtigsten Regeln aus dem Reise-Knigge für Brasilien:

Die richtige Kleidung wählen.

Auch wenn die Bekleidung am Strand sehr knapp und sexy ist, Sonnenbaden ohne Bikinioberteil ist tabu! Auch das Umziehen am Strand wird nicht gerne gesehen. Man sollte immer Umkleidekabinen aufsuchen. Verstöße können sogar bestraft werden. Zu viel Nacktheit gilt als Erregung öffentlichen Ärgernisses. Brasilianer legen grundsätzlich viel Wert auf ihre Garderobe: am Strand, in der Freizeit und im Geschäftsleben. Als Urlauber sollte man deshalb nicht unbedingt in ausgeleierten Shorts auftauchen. Generell gilt: Männer sollten sich gepflegt kleiden, etwa mit einem gebügelten Freizeithemd. Frauen können gerne kurze Röcke und ein ausgeschnittenes Dekolleté tragen, woraus Männer keine falschen Rückschlüsse ziehen sollten. Als Business-Outfit liegen Männer mit dunklem Anzug und Krawatte immer richtig. Frauen sollten feminine Anzüge und Kleider tragen.

Begrüßung leicht gemacht.

Das soziale Miteinander spielt in Brasilien eine große Rolle. Bei der Begrüßung liegen Sie mit einem Händeschütteln grundsätzlich richtig – gerne ausgiebig und mit festem Druck. Frauen und gute Bekannte küssen einander zwei oder dreimal auf die Wange, unter Freunden sind Umarmungen üblich. Während eines Gesprächs suchen Brasilianer oft und gerne Körperkontakt. Der persönliche Abstand ist viel geringer als bei uns in Deutschland. Wichtig ist, nicht zurückzuweichen. Das würden die meisten Brasilianer als Affront empfinden.

Sie haben eine Einladung? So sind Sie ein guter Gast. 

Die Menschen in Brasilien haben ein sehr lockeres Verhältnis zum Thema Pünktlichkeit. Das bedeutet: Wer auf die Minute genau zum Abendessen erscheint, bringt seinen Gastgeber in Verlegenheit. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie zu einem Dinner 30 Minuten und zu einer Party ein bis zwei Stunden zu spät kommen. Als Gastgeschenk eignen sich Pralinen oder Blumen. Nur keine dunkelroten, das ist eine Trauerfarbe. Sich bei Tisch die Nase zu putzen oder einen Zahnstocher zu verwenden, ist verpönt. Sich zu betrinken fällt unangenehm auf – sowohl im Restaurant als auch beim Essen zu Hause. Zwar bestellen Brasilianer auch zum Mittagessen gerne einen Caipirinha, mehr aber nicht. Sie dürfen sich auch nicht wundern, wenn auf dem Tisch die Gabel rechts und das Messer links liegen. Das ist in Brasilien so üblich. Zunächst schneiden die Einheimischen das Essen, dann legen Sie das Messer beiseite und essen mit der Gabel. Trinkgeld ist übrigens immer gerne gesehen und sollte auch gegeben werden.

Finden Sie das richtige Gesprächsthema.

Sie sollten darauf achten, niemanden vor Dritten zu kritisieren. Das werten Brasilianer als schwere Demütigung. Auch Flüstern gilt als unhöflich. Einander zu unterbrechen dagegen nicht. Meist reden in Brasilien ohnehin alle durcheinander. Gute Themen für Smalltalk sind Sport, das Land und der Karneval. Aber auch hier sollten Sie mit negativen Bemerkungen unbedingt zurückhaltend sein. Auch die Gefährdung des Regenwaldes oder die zunehmende Kriminalität eignen sich nicht für ein lockeres Gespräch. Zwar schimpfen viele Brasilianer über die Probleme in ihrem Land. Dennoch sind sie meist sehr patriotisch. Europäer, die sich negativ über Brasilien äußern, empfinden die Einheimischen als Überheblich und arrogant. Auch Religion und Tradition haben einen sehr hohen Stellenwert. Kritische Anmerkungen dazu können das Gesprächsklima daher schnell vergiften. Respekt wird von Ihnen auch beim Betreten einer Kirche erwartet: daher sollten Sie am besten lange Hosen und Ärmel tragen.


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Ein Kommentar zu “Kleiner Reise-Knigge für Brasilien”