25.01.2017

So isst die Welt: Stäbchen, Gabel oder Finger?

Da kann man das Besteck weltweit einpacken, denn mit der Hand schmecktꞋs am besten! Weit mehr als die Hälfte der Menschen auf der Welt isst vorzugsweise mit den Fingern. Stäbchen, die ursprünglich aus China stammen, sind hauptsächlich in Ostasien verbreitet. Und Messer und Gabel? Weltweit gesehen eher eine Ausnahme.

Mit der Hand essen nach Regeln.

In vielen islamischen und hinduistisch geprägten Ländern folgt das gemeinsame Essen einem festen Ritual.  Große Teller in der Mitte oder viele kleine Schüsseln, von denen sich jeder bedient, schmücken Tisch oder Boden. Das Essen nimmt man dabei mit drei Fingern oder mit Hilfe von Fladenbrot auf. So geht es auch ohne Hilfsmittel beim Essen sauber zu. Außer Suppe – diese darf wie bei uns gelöffelt werden.

Tipp: Wenn mit Händen gegessen wird, ist es üblich nur die Rechte zu benutzen, denn die Linke gilt als unrein.  Die Hände werden vor und nach dem Essen gewaschen. Wie Fingerfood bei uns, genießen z. B. auch Japaner ihr Sushi mit den Fingern.

Stäbchen haben eine lange Tradition.

Mindestens 3000 Jahre alt sind die chinesischen Stäbchen. Etwa im 7. Jahrhundert gelangten sie durch buddhistische Priester und Missionare aus China in Richtung Korea, Japan und Vietnam. Trotzdem werden sie in Asien weit weniger genutzt als man denkt. So genießen zum Beispiel die Thais oder Indonesier ihr Essen mit Löffel und Gabel, nur chinesische Nudelgerichte essen sie mit Stäbchen. Das Essen wird bereits beim Kochen mundgerecht geschnitten, denn Messer haben später am Tisch nichts zu suchen.

Tipp: Trau dich – in Japan und China darf am Tisch genüsslich geschmatzt und geschlürft werden! Wenn du dein Glück mit Stäbchen versuchst, achte darauf, sie beim Essen auf der Stäbchenbank abzulegen statt sie in den Reis zu stecken. Die eingesteckten Stäbchen verbindet dein asiatischer Gastgeber nämlich mit einem Totenritual.

Erst spät entdeckt – die Gabel.

Bis zum Mittelalter haben auch unsere Vorfahren hauptsächlich mit den Fingern gegessen, die Gabel war sogar als Teufelswerkzeug verschrien. Erst mit dem 19. Jahrhundert wurde sie für jedermann erschwinglich und sicherte sich ihren festen Platz am gedeckten Tisch.

Löffel und Messer waren bereits in Steinzeit treue Begleiter. Schließlich musste die Jagdbeute mit Hilfe von Keilen und später mit Messern zerteilt werden. Als Löffel wurden beispielsweise Muscheln, Blätter oder auch günstig geformte Steine benutzt.

Tipp: Wenn du z. B. in USA zu Gast bist, schneide dein Essen mit dem Messer in Häppchen vor und lege es dann ab. Denn beim Essen führt allein die Gabel die Regie. So hatten früher die Cowboys immer eine Hand frei – und bei Bedarf schnell am Colt! 🙂


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