24.05.2016

Die schwimmenden Inseln auf dem Titicaca-See

Der Titicaca-See ist mit seinen 8.200 Quadratkilometern der größte See Südamerikas. Er liegt etwa 3.800 Meter über dem Meeresspiegel in der Hochebene der Anden zwischen Bolivien und Peru. Doch nicht nur seine Größe und Lage sind beeindruckend – mit den Nachfahren der Uros lebt auch ein ganz besonderes „Wasservolk“ auf dem See! Noch heute pflegen sie ihre Urkultur und bewohnen ihre selbstgebauten Inseln aus Schilf inmitten des Titicaca-Sees.

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Totora-Schilf – die Allzweckwaffe der Uros

Das sogenannte Totora-Schilf ist innen von Hohlräumen durchsetzt; seine Stängel haben daher einen großen Auftrieb und eignen sich so hervorragend als Baumaterial. Doch die Pflege und Instandhaltung ist aufwendig. Die Schilfrohrbündel der Inseln müssen alle sechs Monate ausgebessert werden, sonst versinken die Schilfinseln im Titicaca-See. Nicht nur deshalb gilt das Totora-Schilf als eine wichtige Lebensgrundlage. Die Uros-Nachkommen bauen damit auch ihre Hütten und Binsenboote und früher gebrauchten sie das Schilf zum Fischen. Die jodreichen Wurzeln dienen auch als Nahrungsmittel. Aber Vorsicht bei einem Inselbesuch: Der europäische Magen verträgt nur eine sehr kleine Menge davon!

Stroh zu Gold auf dem Titicaca-See

Die meisten der rund 80 schwimmenden Inseln im Titicaca-See liegen etwa fünf Kilometer westlich von Puno „vor Anker“. Ursprünglich gebaut, um sich vor Angreifern und Feinden zu schützen, können die Inseln bei Bedarf bewegt werden, um die Bewohner aus der Gefahrenzone zu bringen. Heute verdienen die verbleibenden Familien ihren Lebensunterhalt größtenteils mit dem Tourismus. Von Puno aus starten viele Boots-Touren zu den Inseln – immer mit einem Übersetzer an Bord, denn die Uro-Chullunis Gemeinschaft spricht überwiegend nur Quetchua. Noch rund 1.000 Nachfahren bewohnen die Strohinseln auf dem Titicaca-See. Es gibt zwar sogar eine Schule und ein kleines schwimmendes Gemeindehaus, aber viele pendeln für ihre täglichen Erledigungen aufs Festland.

Für einen besonderen Einblick in das Leben auf den Inseln gibt es verschiedene Veranstalter, die auch Übernachtungen bei den Familien anbieten. Am besten ist es aber, sich hierzu in Puno direkt zu informieren – Feilschen erlaubt! Und bitte beachten: Es wird [Titicaacaa] gesprochen und NICHT [Titticacca]!

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