27.11.2015

5 Tipps für den richtigen Skihelm-Kauf

Zu Beginn eine gute Nachricht: Trotz voller Skipisten ist die Anzahl an Verletzungen in den letzten Jahren nicht gestiegen. Kopfverletzungen machten in der vergangenen Saison etwa 6 Prozent aus und sind damit im Vergleich zum Jahr davor sogar gesunken. Dennoch birgt Ski- und Snowboardfahren ein gewisses Verletzungsrisiko, dass mit dem richtigen Skihelm reduziert werden kann. Die Experten von helmexpress.com wissen, worauf beim Helmkauf zu achten ist:

1. Skihelm mit Sicherheitszertifizierung kaufen.

Einer der wichtigsten Punkte bei der Sicherheit ist die Norm, nach der ein Helm gefertigt ist. Diese zeigt an, dass der Helm nach bestimmten Kriterien produziert. Für Ski- und Snowboardhelme ist das die Europäische Norm 1077:2007. Am Helm selbst ist die Kennzeichnung nicht vorgeschrieben. Jedoch muss dem Helm eine deutschsprachige Broschüre mit allen Angaben zur Produktsicherheit beiliegen.

Helme werden in die Klassen A und B unterteilt:

  • Ein Helm der Klasse A zeichnet sich durch einen größeren Schutzbereich aus, das heißt, Ohren und Schläfe sind durch die Helmschale bedeckt. Nur kleine Lüftungslöcher sind erlaubt.
  • Helme der Klasse B sind dagegen oft etwas leichter und besser durchlüftet, da sie den Kopf mit weniger Material umschließen. Die Schutzeigenschaft bei Stürzen ist jedoch nicht so gut wie bei Helmen der Klasse A.

2. Die richtige Passform finden.

Welcher Helm passt, ist keine Frage des Geschmacks, sondern abhängig von der Kopfform. Probieren Sie den Helm vor dem Einsatz daher immer an! Denn letztlich kann nur ein gut sitzender Helm seinen vollen Schutz entfalten. Sitzt der Helm zu locker, kann er bei einem Sturz verrutschen und Stöße nicht mehr effektiv abfedern.

  • Kopfumfang beachten
    Eine grobe Orientierung ist der Umfang des Kopfes. Dieser wird mit einem Maßband an der größten Ausdehnung des Kopfes gemessen. Ein Umfang von 59 Zentimetern entspricht beispielsweise der Größe L. Angaben zur Größe eines Helms werden in der Regel vom jeweiligen Hersteller zur Verfügung gestellt.
  • Trockenprobe durchführen
    Dann folgt die Trockenprobe. Hierfür wird der Helm aufgesetzt und der Kinnriemen angepasst und geschlossen. Als nächstes sollte der Kopf kräftig geschüttelt werden. Dabei darf der Helm nicht verrutschen. Kneift der Helm etwas, ist das nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass er zu klein ist. Im Laufe der Zeit passt sich die Komfortpolsterung im Inneren noch ein wenig an, vor allem wenn sie sehr dick ist. Ist die Polsterung hingegen dünn, wird sie sich nur geringfügig anpassen. Sollte eine dünne Polsterung stark drücken, ist es ratsam, den Helm eine Nummer größer zu wählen. Als Faustregel gilt: Lieber etwas stramm als zu locker.
  • Passende Skibrille auswählen
    Eine passende Skibrille zum Helm sollte ebenfalls nicht drücken. Im besten Fall befindet sich zwischen Helm und der Oberkante der Skibrille ein Abstand von ungefähr 5 Millimetern. Dann ist eine ausreichende Belüftung der Skibrille gegeben. Ist der Spalt jedoch zu groß, bläst der kalte Fahrtwind auf die Stirn.
  • Probefahrt mit Brille und Helm durchführen
    Letztlich kann nur eine Probefahrt aufzeigen, ob Helm und Brille optimal passen. Denn erst hier stellt sich heraus, wie sich der Tragekomfort und vor allem die Passform in der Praxis bewähren. Dann geht es um die Frage, ob der Helm auch bei Fahrtwind nicht verrutscht oder wie praktisch beziehungsweise unpraktisch die Skibrille wirklich ist. Daher gilt, die Probefahrt ist ein Muss.

3. Material der Helmaußenschale ist entscheidend.

Die Außenschale der meisten Skihelme wird aus Kunststoffen wie Polycarbonat oder Acrylnitril-Butadien-Styrol, kurz ABS, gefertigt. Stabilere Ausführungen sind aus Carbon oder Fiberglas erhältlich.

Inzwischen werden bei viele Kunststoffhelme die Innenschale vollständig mit der Außenschale verklebt (InMoulding genannt), damit sind diese weiterhin leicht, haben aber eine höhere Festigkeit.  Idealerweise besitzt der Skihelm austauschbare Innenpolster, die die Anpassung erleichtern und den Tragekomfort erhöhen.

4 . Wann sollte ein Helm ausgetauscht werden?

Helme mit einer Kunststoffschale aus ABS oder Polycarbonat sollten nicht länger als drei bis vier Jahre genutzt werden, da der Thermo-Kunststoff unter der UV-Strahlung der Sonne mit der Zeit verhärtet und spröde wird. Hat der Helm nach einem Sturz tiefe Kratzer oder gar Risse ist es ebenfalls Zeit für einen neuen Skihelm. Bei sehr teuren Helmen kann es sich lohnen, diese nach einem Sturz ohne sichtbare Beschädigung, vom Hersteller auf Haarrisse überprüfen zu lassen.

5. Neueste Technik erhöht die Sicherheit des Skihelms

Auch die Technik der Skihelme entwickelt sich ständig weiter, die neuesten Trends sind:

  • Perfekte Passform: Mittels eines Einstellrädchens kann das Helm-Innenpolsters ganz leicht angepasst werden.
  • Der Sicherheit des Kopfes kommt die sogenannte MIPS-Technik (Multi-Directional Impact Protection System) zu Gute. Sie schützt den Kopf bei einem Sturz durch eine bewegliche Innenschale und bietet somit eine zusätzliche Dämpfung.
  • Bluetooth auf der Piste: damit können Entfernungen von bis zu 800 m überbrückt werden und erlauben somit freie Hände beim Telefonieren oder die Kommunikation mit dem Partner auf der Piste, ohne zusätzliche Telefonkosten.

Teile mit uns deine Erfahrungen.

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5 Kommentare zu “5 Tipps für den richtigen Skihelm-Kauf”
  1. Ines Boelinger

    Hallo Lena,

    Markenempfehlungen können wir leider keine geben. Am wichtigsten bei der Helmwahl ist hinsichtlich der Sicherheit, dass Sie auf die Norm achten, nach der der Helm gefertigt ist.

    Viele Grüße, die ERV

  2. Lena

    Hallo,

    laut der Seite https://www.kinderskihelm.net/ sollen die Kinderskihelme von Alpina gut sein. Würden Sie dem zustimmen? Oder würden Sie mir eine andere Marke empfehlen?

    LG

  3. Simona Keller

    Hallo Luise, vielleicht sind die Sicherheitstipps für Skifahrer auch für Sie interessant – https://ergo-reiseblog.de/reisevorbereitung/sicherheit-beim-skifahren-tipps-fuer-den-wintersport
    Das Thema welche Ski-Ausrüstung zuverlässig ist, finden Sie hier – https://ergo-reiseblog.de/reisevorbereitung/skifahren-mit-kindern-auf-der-piste-4-fragen-und-antworten – allerdings mit dem Fokus auf Familie bzw. Kinder, aber daran kann man sich sicher auch gut orientieren. Viele Grüße, die ERV

  4. Luise Mikamann

    Danke für der Tipp, sicher zu stellen, dass der Helm für Skifahren genehmigt ist! Das kann der Unterschied zwischen Kopfschmerz und einen echten Unfall machen. Haben Sie noch Tipps zum Skis?