01.10.2015

Sauberes Wasser – Luxus für Millionen

Im Juli 2010 haben die Vereinten Nationen das Recht auf sauberes Wasser in die Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Laut WHO haben neun von zehn Europäern Zugang zu Trinkwasser und sauberen Sanitärmöglichkeiten. In vielen Ländern ist es leider kein Standard, dass jeder Mensch Trinkwasser in ausreichender Menge und aus zumutbarer Entfernung, möglichst aus dem Wasserhahn, erhält. Mit steigender Bevölkerungszahl wird es in Zukunft Verteilungskämpfe um Wasser und Quellen geben.

Wasser und Gesundheit

Im Jahr 2010 nutzten 89% der Weltbevölkerung verbesserte Wasserquellen. Rund 780 Millionen Menschen haben noch keinen Zugang zu guter Wasserqualität. In Sub-Sahara Afrika hat über 40% der Bevölkerung keinen verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Laut WHO müssen 2,5 Milliarden Menschen ohne ausreichende sanitäre Grundversorgung auskommen. Ein Drittel dieser Menschen lebt in Indien. Weltweit fließen ca. 80% der städtischen Abwässer unbehandelt in Flüsse, Seen oder Meere. 15% der Weltbevölkerung nutzen keine Toiletten. Unsauberes Trinkwasser hält Menschen aber in Armut und macht sie krank. 80% der Krankheiten in Entwicklungsländern sind auf unzureichende oder schlechte Wasserversorgung zurückzuführen. Jährlich sterben weltweit 100.000 bis 120.000 Menschen an Cholera. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. 2,4 Millionen Menschen – allein 4.000 Kinder täglich – sterben jährlich an vermeidbaren und einfach zu behandelnden Durchfallerkrankungen. Geeignete Maßnahmen im Bereich der Wasserver- und -entsorgung, Gesundheits- und Hygieneberatung könnten diese Todesfälle verhindern.

Quelle: [UN-World Water Development Report 2012, UNESO Kommission 2012, WHO]

Wasserverbrauch

Die Weltbevölkerung wird bis 2050 um 2 bis 3 Milliarden Menschen wachsen Der globale Wasserbedarf wird demnach um rund 55 Prozent steigen, vor allem wegen des Nahrungsmittelbedarfs, der steigenden Nachfrage der industriellen Fertigung (plus 400 Prozent), der thermischen Stromerzeugung (140 Prozent) und der Haushalte (130 Prozent). Hauptgebiete sind China, Indien und der Nahe Osten.

Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung werden in Gebieten mit starkem Wasserstress leben. Es gibt eindeutige Belege für ein Schwinden und die Übernutzung der Grundwasservorräten. Der größte Trinkwasser-Lieferant ist Regenwasser. Durchschnittlich sollte ein Mensch pro Tag zwischen 2 und 4 Liter Wasser trinken. Für die Produktion einer täglichen Lebensmittelration für eine Person werden im Schnitt zwischen 2.000 und 5.000 Liter Wasser benötigt. Zur Erzeugung von einem Kilo Brot werden etwa 1.000 Liter, von einem Kilo Reis rund 2.500 Liter, von einem Kilo Rindfleisch (Getreide-Fütterung) sogar bis zu 15.000 Liter und für eine Tasse Kaffee etwa 140 Liter Wasser verbraucht. Die Vereinten Nationen empfehlen, dass jeder Mensch zwischen 20 und 50 Liter sauberes Wasser pro Tag haben sollte, um seine Grundbedürfnisse wie Trinken, Kochen und Waschen decken zu können.

Quelle: [FAO 2012, UN-World Water Development Report 2012]

Vorsicht auf Reisen

Anders als in Mitteleuropa und Nordamerika kann in vielen Ländern das Trinkwasser mit Keimen oder chemischen Stoffen verunreinigt sein, egal ob aus Wasserleitungen, Quellen oder Brunnen. Wasser aus scheinbar sauberen Armaturen oder Karaffen in Luxushotels kann ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Es können Krankheitserreger enthalten sein, die zu Durchfallerkrankungen führen können, obwohl man es dem Wasser nicht ansieht.

Trinkwasserdesinfektion

Abkochen: Das Wasser sollte mindestens 1 Minute lang sprudelnd kochen. In der Höhe von über 2.000 Metern ist es aufgrund des geringen Luftdrucks und der damit verbundenen niedrigen Siedetemperatur kein sicherer Weg, um Keimfreiheit zu erzielen.

Chemische Desinfektion: Es sind verschiedene Präparate erhältlich. In Europa enthalten sie meist Chlor sowie ggf. Silber-Ionen zur Haltbarkeitsverlängerung. In vielen anderen Ländern ist Jod üblich. Aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die Schilddrüse sollten diese nur kurzzeitig angewendet werden. Um den unangenehmen Geschmack zu entfernen, kann es noch durch Aktivkohle gefiltert werden.

Filterung: Wasser kann Schwebstoffe enthalten und Filtern ist besonders wichtig, wenn es sich um Oberflächenwasser oder trübes Wasser aus Brunnen oder Leitungen handelt. Die sicherste Methode ist die Umkehrosmose, da es das Wasser von allen biologischen und chemischen Verunreinigungen klärt (elektrischer Strom erforderlich). Der Kombi Filter aus Keramik und Aktivkohle sollte vor allem nach dem Abkochen des Wassers verwendet werden.

Empfehlung für Ihre Reisen

  • Trinkwasser benutzen, nehmen Sie gekaufte und original abgepackte Wasserflaschen mit intaktem Schraubverschluß (Vorsicht bei Eiswürfeln in Getränken, müssen aus keimfreien Wasser sein, besser verzichten). Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen, auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen
  • Fertiggetränke nur aus zuverlässigen Quellen
  • Verwenden Sie sichere Nahrungsmittel, ansonsten gilt: Kochen, Schälen, Desinfizieren nach dem Motto „peel it, cook it or leave it“ (schäl es, koch es gar oder lass es sein)
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, Händedesinfektion, Einmalhandtücher verwenden
  • Denken Sie an Ihre Reiseapotheke mit entsprechenden Medikamenten gegen Durchfall, Magenkrämpfe und Elektrolytlösung
  • Informieren Sie sich bereits zu Hause über Produkte zur Trinkwasserdesinfektion und Filterung
  • Baden Sie möglichst nicht in stehenden Gewässern außerhalb Europas und Nordamerikas
  • Schließen Sie Ihre Auslandskrankenversicherung ab, sodass Sie auch vor Ort einen Arzt aufsuchen können

Teile mit uns deine Erfahrungen.

* Pflichtfelder