08.04.2016

Neurodermitis – Entspannung am Meer oder in den Bergen

In Deutschland leiden 5 – 10% der Bevölkerung unter der Hautkrankheit Neurodermitis oft einhergehend mit Allergien oder Heuschnupfen, bei den Kleinkindern sind sogar 15 – 20% betroffen. Generelle Symptome sind trockene und schuppige Haut sowie Rötungen, bei einem akuten Schub treten starker Juckreiz und – als Folge von Kratzen – teilweise nässende Hautentzündungen auf. Wettergegebenheiten können den Verlauf der Erkrankung stark beeinflussen, daher ist etwa bei der Auswahl eines Urlaubszieles Sorgfalt geboten.

Welches Reiseziel für Neurodermitiker?

Als optimales Urlaubsziel für Personen mit Neurodermitis gilt das Meer mit seiner salzhaltigen Luft und dem Salzwasser, etwa die Nord- und Ostsee (gemäßigtes Reizklima). Vor allem ist das Tote Meer, ein abflussloser See, welcher vom Fluss Jordan gespeist wird, für seine Heilkräfte bekannt. Heilung verspricht der hohe Salzgehalt, der das Zehnfache unserer Ozeane beträgt, und die besondere Zusammensetzung des Wassers. Für Menschen mit Neurodermitis, Psoriasis oder anderen Hauterkrankungen ist das Tote Meer ein wahrer Segen. Überwiegend tritt eine starke Verbesserung der Symptome ein. Dazu kommt der rasche, langanhaltende und wirksame Erholungseffekt, der auf das Klima und die salzhaltige Luft zurückzuführen ist.

Auch eine Reise in die Berge ist für Neurodermitis-Patienten aufgrund der reinen, allergenfreien Höhenluft sehr gut geeignet. Im Frühjahr ist das gemäßigte Mittelmeer-Klima in Südfrankreich, im Norden Italiens oder Kroatiens zu empfehlen. Es gibt auch Reiseveranstalter, die sich auf Kurreisen für Neurodermitiker spezialisiert haben.

Bei Psoriasis (Schuppenflechte) können sich trockenheißes Klima, Sonnenlicht in der richtigen Dosierung und Baden im Salzwasser günstig auswirken. Beachten sollte man aber trotzdem den Schutz vor Sonnenbrand, Hautinfektionen und Insektenstiche.

Was müssen Personen mit Neurodermitis auf Reisen beachten?

Trockenes Wüstenklima sowie feuchtes Tropenklima, das auch stets mit erhöhter UV-Belastung der Haut einhergeht, können zur Verschlimmerung von bestehenden Hautproblemen bzw. zur Auslösung eines Krankheitsschubes führen. Bei bereits vorgeschädigter Haut besteht in tropischen Regionen ein erhöhtes Risiko für bakterielle Infektionen oder Pilz-Infektionen. In einem solchen Fall sollte möglichst noch im Reiseland ein Arzt aufgesucht werden.

Bei starkem Schwitzen kommt es vermehrt zu Juckreiz und zur Bildung von Quaddeln, daher sollte immer auf luftdurchlässige Kleidung geachtet und auf anstrengende sportliche Tätigkeiten im Urlaub verzichtet werden. Durch wiederholtes Baden kann die Haut stark austrocknen, hier ist ein regelmäßiges Eincremen mit entsprechender Hautpflegecreme ratsam. Sonnenstrahlung hat generell einen positiven Effekt auf die Haut, jedoch ist es wichtig, sich gegen zu intensive UV-Strahlung und einen daraus resultierenden Sonnenbrand schützen. Hier gibt es spezielle Sonnencremes, die auch für die trockene und empfindliche Haut von Neurodermitikern geeignet sind. Wird gleichzeitig ein Mückenschutz benötigt, so sollte zunächst die Sonnencreme und danach das Insektenabwehrmittel aufgetragen werden. Bei der Auswahl eines Insektenschutzmittels empfiehlt es sich dieses zuerst in einem kleinen Hautbereich auf Verträglichkeit zu testen.

Bzgl. Reiseimpfungen und einer eventuell notwendigen Malariaprophylaxe sind bei Neurodermitis-Patienten keine Besonderheiten zu beachten. Zur Behandlung eines akuten Schubes während des Urlaubes ist die Mitnahme externer Basistherapeutika sinnvoll, ideal wäre zudem ein dermatologischer Ansprechpartner direkt vor Ort.

8 Tipps für Ihre Reise bei Neurodermitis

  • Eine gute Reisevorbereitung ist wichtig, da Stress vor und während der Reise die Krankheit grundsätzlich verschlimmern kann.
  • Bitte nehmen Sie Ihren Internationalen Allergiepass mit.
  • Nehmen Sie immer Antihistaminika im Handgepäck mit und lassen Sie sich von Ihrem Arzt die Reiseapotheke zusammenstellen (ärztlicher Attest für Zoll), Notfallset greifbar dabei haben.
  • Schließen Sie eine Reiserücktritt-, Reiseabbruch und Reisekrankenversicherung ab, damit sind alle Risiken abgesichert. Im Notfall können Sie auch vor Ort zum Arzt gehen.
  • Denken Sie an hautfreundlichen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (ist im Ausland manchmal Mangelware).
  • Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt über ärztliche Versorgung am Urlaubsort und prüfen Sie, ob dermatologische Versorgung vor Ort erforderlich ist.
  • Informieren Sie sich über eventuelle Impfungen, vor allem bei Verwendung von Cortison, da sich dieses häufig nicht mit dem Impfen verträgt, achten Sie auf Neben- und Wechselwirkungen.
  • Informieren Sie sich über spezielle Öko- und Biohotels, die sich auf Allergiker eingestellt haben (sind die Zimmer für Hausstaubmilbenallergiker geeignet, Küche mit frischen Nahrungsmitteln).

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2 Kommentare zu “Neurodermitis – Entspannung am Meer oder in den Bergen”
  1. Matthias

    Kururlaub, ja bestimmt auch richtig. Bei einigen Hautkrankheiten kann eine Kur verschrieben werden. Ob die hilft ?Nach der Kur ist vor der Kur . Langzeitliche Linderung ist das Ziel ,aber wer weißt mir den Weg? Letztendlich trägt jeder sein Päckchen für sich allein.

  2. Bärbel Puls

    Eine sehr informative Seite, die Betroffenen mit Sicherheit weiterhilft. Fakt ist: Neurodermitis darf nicht unbehandelt bleiben und es sollte nicht nur den äußeren Symptomen Beachtung geschenkt werden, denn diese Hauterkrankung ist gefährlicher, als gemeinhin angenommen. Zum Glück belegen immer mehr positive Erfahrungsberichte, dass es mehr als eine begründete Hoffnung ist, wenn der Pfad der Schulmedizin verlassen wird oder Alternativen mit ins Boot geholt werden. Will man als Betroffener von der reinen Symptombehandlung wegkommen und sich vor gravierenden Nebenwirkungen schützen, haben sich viele der alternativen aber auch naturheilkundlichen Behandlungsoptionen bewährt. In einigen meiner Blogbeiträge habe ich unterschiedliche Behandlungsoptionen thematisiert.

    Herzlichst Bärbel Puls – Verlag Wirksam Heilen