13.03.2022

Lactose, Gluten & Co. – Reisen mit Unverträglichkeiten

Jeder zehnte Erwachsene reagiert auf ein Nahrungsmittel und die Zahl an Unverträglichkeiten gegen Laktose, Fructose oder Histamin sowie Allergien nimmt stetig zu. Reaktionen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Juckreiz oder Atembeschwerden, die vor allem für Allergiker mitunter lebensbedrohlich sein können, sind die Folgen. Zuhause sind Allergiker meist gut auf diese besonderen Lebensumstände eingestellt – doch auf Reisen? Durchatmen und zur Ruhe kommen geht auch in anderen Ländern – auf diese Vorkehrungen kommt es dabei an!

Reisen als Allergiker – das geht!

Suche dir eine Unterkunft, in der die Küche auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorbereitet ist. Viele Häuser sind inzwischen auf Allergiker spezialisiert und zaubern vielseitige und leckere Menüs zu jeder Tageszeit, um den Urlaub auch mit allen Sinnen genießen zu dürfen. Apartments mit eigener Kochnische sind dagegen die einfachste Alternative – erkundige dich mit deiner Reservierung nach der Möglichkeit, ein Paket mit verträglichen Lebensmitteln von zu Hause an die Hoteladresse zu schicken. So sparst du dir Zeit und Mühe, nach der Ankunft zunächst noch die richtigen Produkte im Supermarkt zu eruieren und den Kühlschrank aufzufüllen. Informiere dich vielleicht auch in Internetgruppen und Foren nach den Erfahrungen anderer Betroffener, bevor du dich für eine Unterkunft entscheidest.

Anreise ohne Reaktionen des Körpers

Für den Anreisetag solltest du dich mit genügend verträglichem Reiseproviant von zu Hause eindecken. Lieber zu viel, als zu wenig, um den Hunger nicht mit unverträglichen Snacks stillen zu müssen. Informiere dich vorab, welche Lebensmittel über die Landesgrenzen transportiert werden dürfen. Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Diaminooxidase (DAO) gegen Histamin-Unverträglichkeit oder Laktase bei Laktoseintoleranz können helfen, den Darm ab dem ersten Reisetag zu unterstützen. Im Zweifelsfall sollte man immer die richtigen Medikamente im Handgepäck dabei haben.

Für eine Anreise mit dem Flugzeug bieten die meisten Airlines allergiegerechte Menüs an, die am besten direkt mit der Buchung, aber spätestens ein paar Tage vor dem Abflug, bestellt werden. Betroffenen Personen mit beispielsweise einer Erdnuss-Allergie erlaubt oft ein Priority Boarding, den Sitzplatz zunächst noch mit eigenen Reinigungsmitteln zu säubern.

„No MSG!“ Auch auswärts lässt sich gesund essen

Achte darauf, Fertigprodukte und Fast-Food zu meiden und nur in Restaurants zu speisen, in denen das Essen frisch zubereitet wird. Dort kannst du dem Küchenchef mitteilen, welche Zutaten für dein Gericht nicht verwendet werden dürfen.

Streetfood ist wegen seiner frischen Zutaten erlaubt und am besten dort, wo sich auch die Einheimischen etwas zu Essen holen. Gerade die asiatische Zubereitung ist für Reisende mit einer Lactose-Intoleranz perfekt, weil hier Milchprodukte kaum eine Rolle spielen. Doch Vorsicht ist für Menschen mit dem sogenannten China-Food-Syndrom geboten – ihre Unverträglichkeit gegen den Geschmacksverstärker Glutamat (auch E 621, Natriumglutamat, MNG oder engl. MSG genannt) wird vor allem in asiatischen Speisen, Saucen und Gewürzmischungen verwendet und kann Übelkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen hervorrufen.

Wie sag ich’s dem Kellner? Auch wenn immer mehr Hoteliers und Gastronomen auf die Bedürfnisse von Allergikern eingehen, gibt es noch viele Unsicherheiten in dem Bereich. In manchen Ländern herrscht teilweise ein geringeres Bewusstsein für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und es kann leicht zu Verständigungsproblemen kommen. Unser Allergiewörterbuch hilft mit den gängigsten Lebensmitteln und Begriffen in drei Sprachen weiter.

Krank im Ausland? Unser Air Doctor-Service hilft bei der ambulanten (Fach-)Arztsuche und Terminvereinbarung im Reiseland. Jetzt für den smarten Termin-Service über die ERV travel & care App oder per Web freischalten lassen und für eine ambulante Behandlung auf Reisen vorsorgen!

9 Tipps, wenn du mit Allergien oder Unverträglichkeiten verreist:

  • Spreche mit deinem Arzt und lasse die Stoffe, gegen die du allergisch bist, aufschreiben, bei Medikamenten in Latein. Nehme deinen Allergiepass in Englisch oder in der Landessprache im Handgepäck mit.
  • Stelle deine Reiseapotheke sorgfältig zusammen und führe dein Notfallset, antiallergische Medikamente, Sprays oder Spritzen im Handgepäck mit. Achtung: Je nach Land benötigst du evtl. auch ein ärztliches Attest für den Zoll!
  • Führe eine Liste der allergieauslösenden Stoffe (auslösende Lebensmittel) in der jeweiligen Landessprache oder dein Allergiewörterbuch mit.
  • Schließe einen Versicherungsschutz mit Reiserücktritt-, Reiseabbruch und Reisekrankenversicherung ab, damit sind alle wichtigen Risiken und dein Arztbesuch im Notfall abgesichert.
  • Bestelle Sondermahlzeiten bei deiner Fluggesellschaft mindestens fünf Tage vor dem Flug vor.
  • Prüfe, ob eine dermatologische, HNO-ärztliche, lungenfachärztliche Versorgung vor Ort erforderlich ist.
  • Spreche evtl. mit dem Reiseveranstalter, der Reederei oder dem Hotel im Vorfeld, ob man sich auf deine Allergie einstellen kann.
  • Schaue nach speziellen Öko- und Biohotels, die sich auf Allergiker eingestellt haben.
  • Nehme über die ganze Reise hinzu Probiotika, um deinen Darm zu unterstützen und Durchfall vorzubeugen.

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3 Kommentare zu “Lactose, Gluten & Co. – Reisen mit Unverträglichkeiten”
  1. Jörg Naserke

    Hausstaubmilbenallergiker sollten klimatisierte Wohnungen nicht buchen! In der überwiegenen Anzahl der Fälle sind Klimatisierungen nicht auf Hausstaub-Allergiker asugelegt und oft noch schlecht gewartet. D.h. die Klimatisierung verteilt das Allergen feinverstäubt in der Luft.

  2. Viktoria Maisner

    Hallo zusammen,
    Allergien sind eine sehr unangenehme Sache. Glücklicherweise gibt es heutzutage schon einige Möglichkeiten sich davor zu schützen. Weitere Informationen und Tipps vom Fachmann habe ich auch auf der folgenden Webseite gefunden: http://www.bengfort-rolladentechnik.de/Ahaus

  3. […] Menschen mit Lebensmittelallergien sollten sich über typische Thai-Gerichte bereits vor dem Abflug gut informieren. Wer keine Schalentiere verträgt, wird wegen der allgegenwärtigen Shrimps grundsätzlich auf die Allergie hinweisen müssen. Auch allergieauslösende Früchte wie Ananas kommen nicht nur in Obstsalat und Fruchtshakes vor, sondern beispielsweise auch in gebratenem Reis. Für Nussallergiker gilt: Zerstoßene Erdnüsse oder Cashewnüsse sind häufig Bestandteil von Nudelgerichten oder dem beliebten Papayasalat. Diese Gerichte dann besser direkt ohne Nüsse bestellen. Auf Reisen hilft ein Allergie-Wörterbuch oft weiter. […]