13.08.2015

„¡Tomatina olé!“ – in einer Stunde zum Weltrekord

Rot verschmierte Häuserfassaden, triefnasse Menschen und überfüllte Straßen – jedes Jahr sieht der spanische Ort Buñol binnen einer Stunde aus, als wäre er Schauplatz eines schlimmen Blutbades geworden. Doch der wahre Grund für das Chaos sind 125 Tonnen sonnengereifte Tomaten und eine Horde von 22.000 Besuchern, die jährlich in der ostspanischen Kleinstadt zum Tomatina-Fest aufeinander treffen.

Die größte Tomatenschlacht der Welt findet immer in der letzten Augustwoche statt. Bis zum Jahr 2012 war es keine Seltenheit, dass die Stadt zum Fest des roten Gemüses mit rund 40.000 Besuchern aus allen Nähten platzte. Aus Sicherheitsgründen und um die Seele der traditionellen Veranstaltung zu wahren, wurde die Teilnehmerzahl jedoch beschränkt. Seitdem wird für Besucher auch eine Teilnahmegebühr von zehn Euro verlangt. Nur Einheimische dürfen dem „Tomatenmassaker“ kostenlos beiwohnen. Indirekt bezahlen sie allerdings schon im Vorhinein mit der aufwändigen Verhüllung ihrer Häuser mit Plastikplanen oder mit umfangreichen Putz- und Malerarbeiten im Anschluss an das Spektakel.

Die Tomatenschlacht von Buñol findet seit 1945 statt und hat weder einen religiösen noch politischen Hintergrund. Einheimische erzählen sich, dass angeblich ein Streit unter Jugendlichen, der mit den Tomaten eines Gemüsehändlers ausgetragen wurde, Ursprung der mittlerweile international bekannten Tomatina ist.


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