31.03.2021

Osterhase, Küken oder Bilby? Osterbräuche weltweit

Während bei uns die Kinderaugen leuchten, wenn vom Osterhasen die Rede ist, warten schwedische Kinder auf Osterküken. Als das höchste christliche Fest wird Ostern überall in der Welt gefeiert. Auch wenn ein traditionelles Osterfest in der Pandemie-Zeit in den meisten Ländern nicht möglich ist, ein Blick auf einige zum Teil skurrile Traditionen und Osterbräuche weltweit lohnt sich allemal. Von Schweden, Italien, Tschechien bis nach Australien – hier kommen 10 Osterbräuche im schnellen Überblick!

1. Osterbräuche in Deutschland

In Deutschland werden Eier bunt gefärbt, vom Osterhasen versteckt und von den Kleinen am Ostersonntag entdeckt. Dazu werden Osterlämmer gebacken, je nach Region teils riesige Osterfeuer entfacht und Kerzen in der Kirche entzündet. Aber auch hier gibt es ungewöhnliche Bräuche, über die Besucher ins Staunen geraten. Feurig wird es vor allem in Norddeutschland, wenn etwa brennende Heu-Ränder ins Tal hinab rollen. In Süddeutschland gibt es in manchen Gebieten das sogenannte „Brunnen putzen“ – der Wettbewerb, um den am schönsten geschmückten Brunnen. Im Frankenwald im Norden Bayerns findet in Naila alljährlich das sogenannte Eierwalchen statt. Bei diesem Brauch lässt man Eier einen Hang herunter kullern und derjenige, der sein Osterei unbeschadet und möglichst weit ins Tal befördert, wird zum Walchkönig gekrönt.

2. Osterprozessionen in Spanien

Spanien ist das Land der spektakulären Osterprozessionen zum Leben und Leiden von Jesus Christus, die landesweit mit dem Beginn der Karwoche starten. Besonders beeindruckend: Die Passionsspiele in Verges mit dem mystischen Totentanz. So verkleiden sich die Männer am Gründonnerstag als Skelette und ziehen tanzend in der Dunkelheit der Nacht durch die Gassen der Altstadt. Nicht so düster und gespenstisch laufen dagegen die bunten Prozessionen in Mexiko ab – mit fröhlich geschmückten Straßen und traditionellen Süßigkeiten-Figuren aus Pappmaschee („Piñatas“) haben besonders die Kleinen Spaß.

3. Osterküken und Osterhexen in Schweden

In Schweden ist das Osterküken unterwegs in Sachen Eierversteckspiel – neben Birkenzweigen wird auch sonst alles überwiegend mit leuchtend gelben Federbüscheln, der Farbe des Kükens, geschmückt. Die Kinder verkleiden sich als Hexen und ziehen von Haus zu Haus, in der Hoffnung leckere Süßigkeiten-Gaben von den Nachbarn zu erhaschen. Das hat auch etwas mit dem Gründonnerstag zu tun, denn die Nacht auf Karfreitag galt im Volksglauben als die Nacht der Hexen. So „fliegen“ am Gründonnerstag die Osterhexen im Freudenfeuer hinauf zum „Blåkulla“ (dem schwedischen Blocksberg).

4. Settimana santa – Osterkult in Italien

Die Karwoche und das Osterfest ist in ganz Italien der Höhepunkt im Kirchenjahr. Wer ein sehr emotionales Osterfest erleben möchte, schaut nach Süditalien – wenn die Passionsfeierlichkeiten der Settimana Santa ablaufen. Beieindruckend! Erfahre hier, was es mit den sogenannten „Pedroni“ auf sich hat, die dann durch die Straßen ziehen – mehr über die Passionsfeierlichkeiten der Settimana Santa in Apulien.

5. – 7. Ruten in Finnland, Tschechien und Slowakei

Ein wenig harsch geht es in Finnland zu, wo man sich am Sonntag vor Ostern gegenseitig mit Birkenruten auf den Rücken schlägt – symbolisch für die Palmwedel, mit denen Jesu in Jerusalem willkommen geheißen wurde. In Tschechien und Slowakei gehört ein ähnlicher Brauch am Ostermontag aus früheren Zeiten dazu. Hier dürfen die Männer mit speziell für das Osterfest geflochtenen Ruten aus Weidenzweigen den Damen auf die Beine „peitschen“, je nach Region sie auch ins Wasser schmeißen oder nur mit Wasser nass spritzen – und anschließend wird gemeinsam groß gefeiert. Durch das „Peitschen“ soll traditionell die Lebenskraft über die Weidenrute übertragen werden. Aber zugegeben, dieser Brauch ist bei Frauen nicht wirklich beliebt. Das Spritzen mit Wasser – gerne auch mit schweren „Geschützen“ wie Eimern – hat auch in Polen eine lange Tradition. Die harmonischere Variante wird dagegen in England praktiziert, wo man sich gegenseitig für mehr Glück im Leben mit Weidenkätzchenzweigen streichelt.

8. Osterfest auf asiatisch – Philippinen

Einige von unseren europäischen Osterbräuchen finden genau so auch auf den Philippinen statt. Und das mit bunten Prozessionen nicht minder spektakulär, teilweise sogar mit sehr realitätsnahen christlichen Darbietungen, denn das asiatische Land ist mehrheitlich katholisch. Etwas ungewöhnlich erscheint jedoch ein Brauch aus der Sicht der Kleinen: So sollen sich Kinder am Karfreitag besonders ruhig verhalten und auf das Draußenspielen verzichten. Damit böse Geister sie nicht verletzten oder mögliche Wunden vielleicht nicht so gut heilen würden.

9. Eierrollen in den USA

In den USA versteckt auch der Osterhase wie in Mitteleuropa die bunten Eier. Zu den Highlights zählen hier die Easter Parade auf der Fifth Avenue in New York und das traditionelle Eierrollen im Weißen Haus in Washington. Dieser lustige Brauch geht wohl auf die Gattin des Präsidenten James Madison zurück, die das Eierrollen für Kinder um 1810 ins Leben gerufen haben soll. Und damit auch niemand den bunten Osterspaß im Garten des Weißen Hauses vergisst, bekommt jeder Teilnehmer traditionell – ob groß oder klein – als Dankeschön ein vom Präsidenten und der First Lady signiertes Holzei.

10. Hopsender Bilgy in Australien

Und zu guter Letzt: Dass das Osterhäschen nicht überall einen Kuschelruf genießt, zeigt sich in Australien. Nachdem vor allem Wildkaninchen für regelmäßigen Ärger und Schaden in der Landwirtschaft sorgten, musste ein positiv gestimmter Ersatz für die Kinder her. Deshalb erfreut hier jedes Jahr der Oster-Bilby die Kinderherzen  – ein Beuteltier mit langer Nase und großen Ohren (der Kaninchennasenbeutler).

Kennt ihr noch weitere ungewöhnliche Osterbräuche – am besten aus erster Hand? Dann teilt sie gerne mit uns in den Kommentaren.

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