15.10.2019

Mit dem Camper durch Kasachstan – mehr als nur Steppe

Kasachstan – ein fernes Land in Asien, das die meisten von uns wahrscheinlich nicht einmal auf der Karte zeigen könnten. Viel wissen wir nicht darüber. Auch Viki und Antonio von VanillaIcedream nicht, bevor sie mit ihrem Camper das Land entdecken. Von der „Weite der Steppe“ haben sie gehört. Und was gibt es in Kasachstan noch zu sehen?

Die Weite der Steppe

Über einen Monat fahren wir mit unserem Camper durch Kasachstan und lernen, was „die Weite der Steppe“ bedeutet. Steppe sieht aus wie pure Freiheit und wie der perfekte Platz zum Nachdenken. Kilometerweit nichts als trockenes Gras, ab und an mal ein Hügel. Die goldenen Farben strahlen besonders zum Sonnenuntergang in uns unbekannten Farben. Manchmal trifft man auf eine Herde Pferde oder Kühe, die hier noch von echten Cowboys gehütet werden.

Camper Kasachstan

Pinke Seen in Nord-Ost-Kasachstan

Bäume wachsen nicht auf dem trockenen Grund. Nur wenige Pflanzen kommen mit dem Boden hier klar, denn obwohl Kasachstan so weit vom Ozean entfernt ist, ist der Boden extrem salzhaltig. So sehr, dass die meisten Seen sogar Salzseen sind. Wo der Salzgehalt extrem hoch liegt, wird das Wasser pink. Eine bestimmte Algen Art fühlt sich dort wohl, wo es allen anderen Pflanzen zu salzig ist. Als Schutz vor der Sonne gibt sie den roten Farbstoff ab und verfärbt damit das Wasser des Sees. Pinke Seen sind überall auf der Welt zu finden, doch die meisten von ihnen sind ganz nah am Meer. Die pinken Seen in Nord-Ost-Kasachstan sind mindestens 2000 km vom Ozean entfernt und dennoch gibt es hier eine ganze Menge davon.

Exotik im Süden – Almaty

Süd-Kasachstan ist ganz anders. Während es im Norden des Landes noch viele Russen gibt, die nach dem Zusammenbruch der UdSSR dort geblieben sind und deren Lebensweise sehr russisch ist, wirkt Süd-Kasachstan mit der Metropole Almaty viel exotischer. In und um die Stadt herum sitzt der Reichtum des Landes. Während man im ganzen Land sonst nur ärmliche Anhäufungen von Häusern findet, ist Almaty eine moderne Großstadt mit vielen Restaurants und langen Einkaufsstraßen.

Kasachstan Camper
Kaindy Lake in Kasachstan

Der Süden – schöne Bergseen und tiefe Canyons

Zur südlichen Landesgrenze hin befindet sich eine massive Bergkette, die einige Naturschönheiten bereithält. Wunderschöne Bergseen, tiefe Canyons, die man nur aus Amerika kennt, und viel frisches Wasser. Die Landschaft hier ist wirklich extrem vielfältig. Man findet riesige Seen, hohe Berge und Sanddünen.

Feilschen was das Zeug hält

In Süd-Kasachstan muss man handeln und feilschen. Viele Kasachen sind kleine Schlitzohren und versuchen uns das ein oder andere Mal über den Tisch zu ziehen. Gerade die Mechaniker finden hier gern mal Schäden an unserem Camper, die es gar nicht gibt. Auch auf dem Markt steigen plötzlich die Preise, sobald die Leute mitbekommen, dass zwei Europäer einkaufen. Wir machen die Erfahrung zwar selbst nicht, aber andere Reisende berichten von viel korrupter Polizei auf der Straße.

Raue Straßen – nichts für schwache Nerven

Mit dem Camper macht man in Kasachstan eine Menge mit. Die meisten Straßen sind fiese Schlaglochpisten und in der Stadt fährt man sich gern die eine oder andere Schraube in den Reifen. Die Fahrweise ist rau und ähnelt eher den Tuktuk Fahrern Thailands als den gesitteten Straßen Europas. Aber es lohnt sich.

Die Steppe haben wir erwartet und noch so viel mehr entdeckt. Ein Roadtrip durch Kasachstan mit dem Camper ist definitiv eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergessen wird.


2017 kündigt Viki ihren Job und startet in ihr Vanlife-Abenteuer. Zunächst ganz alleine. Wie sie ihr mulmiges Gefühl besiegt hat, erzählt sie uns hier.

Mehr über Vanlife-Geschichten rund um Vikis Reise durch Russland und Zentralasien findet ihr auch auf www.vanillaicedream.com und auf Instagram @vanilla.icedream.


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